Das Gehirn – Unsere Schaltzentrale

Das Gehirn – Unsere Schaltzentrale

Betrachtet man das Gehirn genauer, dann versteht man auch das Krankheitsgeschehen bei Multipler Sklerose (MS) besser. Bei MS spielen Entzündungsprozesse im Gehirn eine wesentliche Rolle. Durch die daraus resultierenden Schädigungen entstehen bei Erkrankten vielfältige neurologische Probleme.

Das Gehirn ist die Schaltzentrale in unserem Körper. Von dort aus werden viele wichtige Prozesse gesteuert. Von unbewussten Abläufen, wie Atmung oder Regulierung der Körpertemperatur bis hin zu bewussten Bewegungen, wie Gehen oder Greifen. Die Entwicklung unseres Gehirns – vom Fötus bis zum Erwachsenen – können Sie in unserem Service der Woche nachvollziehen.

Von Nervenzellen über Synapsen bis hin zu Reaktionen

Unser „Denkapparat" besteht aus unzähligen Nervenzellen, die alle miteinander verknüpft sind. Diese Verknüpfungen entstehen durch Synapsen. Die Nervenzellen leiten Informationen vom Gehirn zu unseren Organen und Muskeln und umgekehrt. Das Ganze funktioniert mittels elektrischer Impulse, die mit einem EEG messbar sind. Die Körper der Nervenzellen befinden sich in der grauen Substanz des Gehirns. An ihnen entstehen die elektrischen Impulse, die durch Sinneseindrücke ausgelöst werden. Die Nervenfasern liegen hingegen in der weißen Substanz und sind von einer Myelinschicht umgeben. Sie sind für die Weiterleitung der Sinneseindrücke zuständig.

Das Gehirn lässt sich in verschiedene Areale einteilen: das Großhirn, das Kleinhirn, das Zwischenhirn, das Mittelhirn und das verlängerte Rückenmark. Diese Bereiche arbeiten zusammen und führen dabei unterschiedliche Funktionen aus:

Das Gehirn als Schaltzentrale

Das Großhirn – Die Übermutter unseres Denkorgans

Das Großhirn wacht über alle Vorgänge. Es stellt die eigentliche ICH-Zentrale dar. In seinem Frontallappen laufen all die Gehirnteile zusammen, die unsere Persönlichkeit prägen. Das Großhirn macht etwa 85 Prozent des Gewichts unseres Gehirns aus. Es besteht aus der linken und der rechten Gehirnhälfte, die über Nervenbahnen miteinander verbunden sind. Während die linke Gehirnhälfte die Sprachprozesse steuert, verantwortet die rechte Seite unter anderem das räumliche Denken, das Zahlenverständnis und die Gesichtserkennung.

Das Zwischenhirn – Das Sensibelchen unter den Arealen

Das Zwischenhirn reagiert auf alle Impulse der Sinnesorgane und verarbeitet diese. Es lässt sich in vier übereinander gelagerte Ebenen unterteilen: Epithalamus, Thalamus, Subthalamus und Hypothalamus. Der Epithalamus schaltet die Nervenbahnen zwischen den Riechzentren zusammen. Der Thalamus filtert die wichtigen Informationen aus der Flut aller eintreffenden Impulse der Sinnesorgane heraus. Während der Subthalamus die Grobmotorik steuert, setzt der Hypothalamus Stress- und Sexualhormone frei. Er reguliert darüber hinaus das Hunger- und Durstempfinden, die Körpertemperatur sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Das Mittelhirn – Der Moderator unter den Hirnabschnitten

Das Mittelhirn übermittelt die Reize an andere Hirnzentren, die über die Augen und Ohren aufgenommen werden. Zu den Funktionen zählen das Scharfstellen eines Bildes und das Auslösen von reflexartigen Bewegungen des Auges bei Geräuschen.

Das Kleinhirn – Der Koordinator im Denkapparat

Für die Abstimmung aller Bewegungen sorgt das Kleinhirn. Es lotet dabei zu jeder Zeit das Gleichgewicht aus. Dazu berechnet es die Lage im Raum und meldet die Informationen dem Großhirn. Obwohl es weniger als zehn Prozent des gesamten Gehirns ausmacht, beinhaltet das Kleinhirn 50 Prozent aller Nervenzellen.

Das verlängerte Rückenmark – Der Beschützer der lebenswichtigen Reflexe

Am hintersten Teil des Denkapparates befindet sich das verlängerte Rückenmark. Es gibt die Erregungen von den Großhirnhälften an das Kleinhirn weiter. Gleichzeitig stellt es die Zentrale für lebenswichtige Reflexe wie Schlucken, Husten und Niesen dar. Es ist zudem mitverantwortlich für das Schlafen und Aufwachen.

Das Gehirn leistet in den unterschiedlichen Arealen enorme Arbeit und ist das komplexeste Organ in unserem Körper. Es funktioniert dank seiner präzisen Weiterleitungen und schnellen Reaktionen über die Nervenzellen.

Bei MS kommt wird infolge einer Fehlfunktion des Immunsystems die Myelinscheide der Nervenzellen angegriffen. Dies kann je nach betroffener Gehirnregion verschiedene Störungen hervorrufen. Es kann beispielsweise zu Einschränkungen des Sehens kommen, wenn der Sehnerv angegriffen ist.

Was genau bei MS passiert und wie sich dies auf das Gehirn auswirkt, das erfahren Sie im nächsten Fokusthema am 2. Februar. Weitere Informationen zu MS und ihren Folgen finden Sie auch in unserer Broschüre.

Weiterführende Informationen:
www.dasgehirn.info