Schlaf und MS – gibt es einen Zusammenhang?

Menschen mit MS klagen häufig über Schlafstörungen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Erstmals konnten Forscher einen Zusammenhang zwischen MS und Schlafstörungen finden.

Eine junge Frau mit MS liegt im Bett und schläft. Damit verbessert sie ihre kognitiven Fähigkeiten.

Schlafen und MS

Im Schlaf regenerieren sich unsere Zellen und unser Körper schöpft Energie für den kommenden Tag. Damit nimmt der Schlaf einen erheblichen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit. Wer eine Nacht oder zwei Nächte in Folge nicht gut schlafen kann, der weiß, wie man sich danach fühlt. Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder auch Konzentrationsmangel können die Folge sein.

Schlaf regt die Myelin-Produktion an

Dass Schlaf einen positiven Einfluss auf die MS hat, konnte bereits in einer Studie mit Mäusen aus dem Jahr 2013 bewiesen werden. Hier fanden Forscher heraus, dass Schlaf die Aktivität von Zellen anregt, die bei der Myelin-Produktion wichtig sind.1

Gerade für eine Erkrankung wie MS, bei der das Myelin zerstört wird, sind solche Ergebnisse erfreulich. Denn möglicherweise kann so die Regeneration der Nervenfasern nach einem MS-Schub unterstützt werden. Was genau bei MS passiert, das erfahren Sie in unserem Artikel „Was ist MS?".

Schlaf und kognitive Störungen

Schlaf fördert nicht nur die Myelin-Produktion, sondern erhält auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Es konnte in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen werden, dass es einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und kognitiven Störungen bei MS gibt.2 Die Ergebnisse der Studien legen nahe, dass Schlaf und dessen Bewertung stärker in die Therapie von MS miteinbezogen werden sollten.

  • Ursachen für Schlafstörungen – Symptome der MS

    Umso wichtiger ist es, die Ursachen von Schlafstörungen herauszufinden und zu behandeln. Bei MS kann es verschiedene Gründe geben, warum die nächtliche Ruhe gestört ist:

    • Spastik oder Lähmungen: Eine Spastik kann nachts Schmerzen verursachen.
    • Gefühls- und Sensibilitätsstörungen: Missempfindungen oder Berührungen z. B. mit der Bettdecke können als störend oder unangenehm empfunden werden. Dies kann das Einschlafen erschweren.
    • Blasen- und Darmstörungen: Wer nachts häufig zur Toilette muss, der wird in seiner Tiefschlafphase gestört. Am Morgen fühlt man sich gerädert und nicht ausgeschlafen.
    • Fatigue: Bei MS bedingter Fatigue wird häufig ein Nickerchen zwischendurch eingelegt. Dadurch kann der Schlafrhythmus gestört werden. Die Folge können Ein- oder Durchschlafprobleme sein. Mehr zum Thema Fatigue bei MS erfahren Sie hier.
    • Psychische Störungen: Wer sich laufend Sorgen und Gedanken macht, der kommt häufig nicht zur Ruhe und kann nicht einschlafen.
    • Nicht Ausgelastet: Aufgrund körperlicher Symptome und Beschwerden der MS kann es sein, dass der Körper durch zu wenig Bewegung nicht richtig ausgelastet ist. Die Folge ist, dass man nicht gut einschlafen kann oder früh wach wird und deshalb tagsüber wiederum müde ist.
  • Mehr zu den Symptomen bei MS und ihren Folgen erfahren Sie hier.

    Wie viel Schlaf braucht der Mensch

    Viele Menschen fühlen sich nach 5 Stunden Schlaf fit und ausgeruht. Andere wiederum kommen ohne ihre 9 Stunden Schlaf nicht aus. Die benötigte Schlafdauer liegt bei den meisten Erwachsenen zwischen 7 bis 9 Stunden pro Nacht.

    Am besten finden Sie ihre optimale Schlafdauer selbst heraus. Probieren Sie mal unterschiedliche Zeiten aus, zu denen Sie schlafen gehen. Testen Sie, was Ihnen gut tut.

    Nicht vergessen: Zunehmend halten uns moderne Techniken, wie das Smartphone und Streaming-Dienste mit ihren verlockenden Film- und Serienangeboten vom Schlaf ab. Hier könnte man die Dauer der Nutzung reduzieren oder vor dem Schlafengehen sogar ganz einstellen. In unserem aktuellen Service finden Sie hier zudem einige Tipps für eine gute Schlafhygiene.

    Das nächste Mal auf MS und Ich

    Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit für Glücksgedanken, die wir mit ins neue Jahr nehmen können und so unser eigenes Glückes Schmied werden. Wenn Sie wissen wollen, wie Glück und MS zusammenhängen und wo Sie Ihr Glück finden können, dann seien Sie auch am 21.12.18 wieder dabei. Wir freuen uns auf Sie!

    Quelle(n):

    [1] Bellesi, M.: Effects of Sleep and Wake on Oligodendrocytes and Their Precursors. The Journal of Neuroscience, September 4, 2013/ 33 (36): 14288 -14300.
    [2] Hughes, A. J.: Sleep Disturbance and Cognitive Dysfunction in Multiple Sclerosis: a Systematic Review. Current Neurology and Neuroscience Reports 2018 Jan 29; 18 (1):2.