Wenn Worte uns befreien – Schreibtherapie bei MS

Junge Frau sitzt gemütlich in einem Sessel und liest entspannt in einem Buch über Multiple Sklerose.

Worte können uns unterhalten, entspannen, inspirieren oder informieren. Die Wirkung der Worte ist vielfältig. Wenn wir sie selbst auf Papier bringen, können sie uns im Alltag mit MS unterstützen. In der Psychotherapie bei Multipler Sklerose (MS) hat Schreiben und Lesen inzwischen einen festen Platz eingenommen.

Ob wir fremde Texte lesen oder eigene Texte schreiben – Worte können uns dabei helfen, uns und andere zu verstehen und mit einer chronischen Erkrankung wie MS besser zu leben.

Schreiben und Lesen als Therapie für Menschen mit MS1

In der Psychotherapie findet Schreiben und Lesen als therapeutische Methode in der Schreib- und Bibliotherapie ihren Einsatz. Dabei geht es vor allem darum, die eigenen Gefühle, Schmerzen und Empfindungen zu verarbeiten. Sie dienen als Mittel, um Krisen wie depressive Verstimmungen zu überwinden oder auch Krankheiten z. B. nach der MS-Diagnose oder nach einem MS-Schub zu bewältigen.

Schreibtherapie

Die Schreibtherapie arbeitet mit Worten, Lauten, Empfindungen und Gedanken, die formuliert und aufs Papier gebracht werden sollen. Dabei wird das kreative Schreiben genutzt, um Probleme oder Sorgen wahrzunehmen, klar zu umschreiben und auch zu verarbeiten.1

Bibliotherapie

In der Bibliotherapie dient das Lesen fremder Texte und Werke als therapeutisches Mittel. Der Therapeut gibt geeignete Buchempfehlungen, die einen persönlichen Bezug herstellen. Beim Lesen beschäftigen wir uns nicht nur mit der Geschichte und empfinden sie nach, sondern ziehen automatisch Parallelen zum eigenen Leben.

Kreativ sein – über die eigene MS schreiben

Es gibt viele Bücher, die sich mit Multipler Sklerose (MS) befassen. Dazu zählen wissenschaftliche Werke und auch Ratgeber. Gleichzeitig hat sich auch ein Markt für Bücher von MS-Erkrankten für MS-Erkrankte erschlossen.

Maximilian Dorner berichtet über seine MS

Der Autor Maximilian Dorner2 verarbeitete 2008 erstmals seine MS-Erkrankung in dem Werk „Mein Dämon ist ein Stubenhocker. Aus dem Tagebuch eines Behinderten“. Er beschreibt seinen Alltag mit der MS und berichtet über seine MS-Symptome. Verschiedene Werke folgen. In „Einsam, na und? Von der Entdeckung eines Lebensgefühls“ (btb 2015) beschreibt Dorner, wie die MS sein Lebensgefühl und seinen Blick auf die Dinge veränderte.

Mehr dazu erfahren Sie hier in unserem Interview mit Maximillian Dorner.

Über die eigenen Erfahrungen mit MS schreiben

Haben Sie es auch schon einmal mit dem Schreiben probiert? In unserem aktuellen Service haben wir Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie schnell einen passenden Anfang beim Schreiben finden und die Worte einfach aus jeder Feder fließen wollen.

Um ihr Leben und ihren Alltag zu betrachten oder eigene Gedanken zu formulieren, nutzen viele Menschen mit MS auch einen eigenen Blog.

Blog – das öffentliche Tagebuch über das Leben mit MS

Der ein oder andere hatte bereits als Kind ein Tagebuch und schrieb persönliche Gedanken und Empfindungen hinein. Das Schreiben eines Tagebuches ist aber nicht nur Kindersache, sondern wird von vielen Menschen bis ins Erwachsenenalter fortgeführt.

Das öffentliche Tagebuchschreiben in Form eines Blogs ist aktuell im Trend. Ein Blog ist eine persönliche Webseite im Internet, auf der Themen wie Mode, Bewegung und Ernährung oder eigene Erfahrungen und Gedanken über MS mit anderen geteilt werden. Damit erreicht man viele Menschen und kann so mit Vorurteilen aufräumen, für mehr Akzeptanz sorgen und einen Austausch Betroffener untereinander anregen.

Bloggen ist einfach: man benötigt nicht mehr als einen PC, einen Internetzugang und einen Provider zur Veröffentlichung.

Sie suchen noch das passende Thema für Ihren Blog? Dann lassen Sie sich von unserem Artikel „Meine kreative Leidenschaft mit MS entdecken“ inspirieren.

Living like You" - der Blog von MS-Patienten für MS-Patienten

„Living like you" ist eine internationale Internetplattform von Novartis Pharma für MS-Blogger. Hier bloggen MS-Patienten über ihr Leben mit Multipler Sklerose. Die Blogger bestimmen die Themen für Living Like You vorwiegend selbst. Sie erzählen über eigene Erfahrungen zu Themen wie Sex und Partnerschaft mit MS, die häufig tabu sind. Außerdem geht es um neue Entwicklungen in der MS-Forschung und so alltägliche Dinge wie Parkausweise für Behindertenparkplätze. Hier gelangen Sie direkt zu „Living like you".

Das erwartet Sie noch auf MS und Ich

Auch Kunst in jeglicher Form zeigt Wirkung auf unsere Gefühle und die MS-Krankheit. In unserem nächsten Fokusthema ab dem 14.09.2018 erfahren Sie wie Bilder, Skulpturen und Co. in der MS-Therapie genutzt werden. Wir haben dann auch eine kreative Fotoaufgabe für Sie bereitgestellt, die Sie einfach mit dem Smartphone fotografieren können. Seien Sie auch dann wieder dabei. Wir freuen uns auf Sie!