Interview zum Arbeitsleben mit MS

Interview zum Arbeitsleben mit MS
Der Weg von Lars Rödel

Lars Rödel hat 16 Jahre als Papiertechnologe im Schichtdienst gearbeitet, als er die Diagnose Multiple Sklerose erhielt. Damals war er 32 Jahre alt. An die Zeit direkt nach der Diagnose erinnert er sich noch ganz genau: „Für mich war das ein absoluter Tiefpunkt. Mit mir war nicht mehr viel anzufangen. MS habe ich mit einem Leben im Rollstuhl verbunden." Seiner Arbeit ging der Dresdner zunächst weiter nach, trotz der Symptome. „Ich hatte ständig Kopf- und Nackenschmerzen, dachte aber nicht daran, dass sie von der MS kommen könnten." Immer wieder musste er bei der Arbeit eine Pause einlegen, weil er sich nicht mehr konzentrieren konnte. Dann sind die Kollegen für ihn eingesprungen.

Wirklich schlimm wurde es aber, als er mit der Therapie begann. „Ich musste mir regelmäßig eine Spritze setzen und die vertrug ich gar nicht. Davon bekam ich Schüttelfrost und hohes Fieber, was bis zu 24 Stunden anhielt." Aus Angst, seinen Job wegen ständiger Fehlzeiten zu verlieren, ging er nicht zum Arzt, um sich krankschreiben zu lassen. Erst sein Neurologe brachte ihn dazu, den Job zu wechseln. Bei einem Kontrollbesuch legte er ihm nahe, nicht mehr im Schichtdienst zu arbeiten.

Gemeinsam mit seinem Arbeitgeber hat sich Lars Rödel schließlich für eine interne Weiterbildung entschieden. Heute gibt er als Ausbilder seine Erfahrung an junge Kollegen weiter. Mittlerweile muss er sich nicht mehr mit der Spritze behandeln, stattdessen erhält er eine andere Therapie. „Natürlich hat sich durch die MS einiges geändert, aber durch die richtige Therapie und den neuen Job hat sich meine Lebensqualität wieder deutlich gebessert."