Irrtümer und Gerüchte zu kognitiven Problemen bei MS

Irrtümer und Gerüchte zu kognitiven Problemen bei MS

Wenn es um kognitive Störungen geht, kursieren viele Missverständnisse. Insbesondere ist die Abgrenzung dieser Beeinträchtigungen gegenüber anderen Erkrankungen für medizinische Laien oft unklar. Daher wollen wir hier einige Irrtümer aufklären:

Kognitive Störungen sind nicht zu verwechseln mit Alzheimer.

MS ist eine ganz andere Krankheit mit anderen Vorgängen im Gehirn und an den Nervenzellen als bei Alzheimer. MS-Betroffene brauchen manchmal etwas länger, um sich zu erinnern, oder aber die Erinnerung ist etwas verschwommen, sie ist aber noch da. Gedächtnisstützen wie Einkaufslisten, Kalender, Wegbeschreibungen oder ein Handy, welches einen an wichtige Dinge erinnert, helfen, den Alltag zu meistern. Neue Informationen können aufgenommen, gespeichert und bei Bedarf auch wieder abgerufen werden, wenn auch manchmal langsamer als früher. Mit Alzheimer wäre dies nicht mehr möglich. Denn bei Alzheimer schwindet nach und nach das Gedächtnis dauerhaft.

Während der Gedächtnisverlust bei Alzheimer-Erkrankten nicht aufzuhalten ist, gibt es für Menschen mit Multipler Sklerose eine Vielzahl an modernen Therapien, die in Verbindung mit regelmäßigen Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationstrainings dem Abbau von Nervenzellen im Gehirn entgegenwirken.

Kognitive Störungen führen nicht zum Verlust des Intellekts.

MS-bedingte kognitive Probleme bedeuten keinen Intelligenzverlust. Einige Betroffene sind nur nicht so schnell und flexibel in ihrem Denken wie sie es einmal waren. Manchen fällt es auch schwerer, sich an veränderte Routinen oder Umgebungen anzupassen. Mit genügend Zeit und in einer entspannten Atmosphäre sind sie jedoch nach wie vor in der Lage, Strategien z. B. für ein bestimmtes Projekt zu planen und Lösungsvorschläge für auftretende Schwierigkeiten im Beruf oder auch in ihrem Alltag auszuarbeiten.

Kognitive Störungen sind keine psychische Erkrankung.

Manchmal werden kognitive Probleme mit einer psychischen Erkrankung oder seelischen Problemen wie Angstzustände oder Depressionen verwechselt. Aber negative Emotionen sind häufig nur die Antwort auf eine chronische Krankheit und ihre Symptome wie auch auf kognitive Störungen. Sie sind keinesfalls miteinander zu verwechseln und bedingen einander nicht.

Quelle(n):

Quelle:
[1] Inside MS: MS and Mind. The Magazine for Members of the National MS Society, Ausgabe März 2008, S. 15, www.nationalmssociety.org