Wie werden kognitive Störungen behandelt?

Wie werden kognitive Störungen behandelt?

Kognitive Störungen können gezielt behandelt werden. Dabei finden vor allem nicht-medikamentöse Therapien Anwendung. Übergeordnete Ziele der Therapie sind dabei einerseits die Vorbeugung von Hirnschwund und der damit verbundenen Probleme. Andererseits sollen bereits bestehende Störungen durch „Gehirntraining" gebessert oder Strategien für den Alltag entwickelt werden.

Weiß man, welche kognitiven Störungen vorliegen, können diese mittels gezielter neuropsychologischer Funktionsübungen wirksam behandelt werden. Das Training sollte individuell, alltagsorientiert und lebensbegleitend erfolgen.

Eine medikamentöse Therapie zur symptomatischen Behandlung von Hirnleistungsstörungen gibt es zurzeit nicht. Allerdings können moderne Immuntherapien in Kombination mit Hirnleistungstraining bei Menschen mit MS dem Abbau Hirnsubstanz entgegenwirken.

Neuropsychologische Rehabilitation

Je nach Art des Problems basiert das Therapiekonzept auf verschiedenen Ansätzen. Oft arbeiten dabei Neuropsychologen mit Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten zusammen.

Ziele der neuropsychologischen Rehabilitation bei MS

Ziele der neuropsychologischen Rehabilitation

Bausteine des neuropsychologischen Trainings

Computergestütztes neuropsychologisches Training: Trainiert werden spezielle kognitive Bereiche am Computer, z. B. Aufmerksamkeit und Konzentration, verbales, visuelles und figurales (Wiedererkennen benennbarer Objekte) Gedächtnis, Reaktionsverhalten, Planungsverhalten, Visumotorik (Koordination von visueller Wahrnehmung und Bewegungsapparat, z. B. die Hand-Auge-Koordination), Daueraufmerksamkeit u. a. Dabei passt sich das Schwierigkeitsniveau automatisch dem Leistungsniveau an.

Individuelles Training mit dem Patienten: Unter fachlicher Anleitung und Kontrolle werden beobachtete Defizite aber auch alltagsorientierte Fähigkeiten geübt, z. B. Lesen, Rechnen, Wahrnehmung, Sehen und Orientieren.

Verhaltenstherapie: Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken, Stärkung des Selbstwertgefühls, Veränderung der Selbstwahrnehmung, Verbesserung der Eigenständigkeit, Hilfsmitteltraining, Entscheidungs- und Problemlösetraining, Kommunikationstraining, Lebenszielplanung, Aktivitätenplanung usw.

Tipps zum Umgang mit Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen im Alltag

Um kognitive Störungen im Alltag zu kompensieren, haben sich einige Strategien bewährt, die Betroffenen den Umgang mit Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen erleichtern. Eine umfangreiche Übersicht hierzu finden Sie in unserer Broschüre: Kognition und Multipler Sklerose.

Versuchen Sie für sich geeignete Lösungen zu finden, die Sie optimal in Ihrem Alltag unterstützen. [1]

Praktische Übungen: So trainieren Sie Ihre Kognition

Das Gehirn kann geschult werden – mit einfachen Übungen und kleinen Hilfen für den Alltag. Gezieltes Kognitionstraining hilft Ihnen dabei, Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis und Wahrnehmung zu trainieren. Bewegungs- und Entspannungsübungen sind zusätzlich wichtige Bausteine für ein gut funktionierendes Gehirn. Wir haben für Sie abwechslungsreiche Übungen zusammengestellt, die Sie leicht in Ihren Alltag integrieren können und Spaß machen. Sie können die Übungen direkt online absolvieren oder auf Ihrem Computer, Ihr Smartphone oder Tablet herunterladen.

Zu den Kognitionsübungen

Quelle(n):

Quelle:
[1] Inside MS: MS and Mind. The Magazine for Members of the National MS Society, Ausgabe März 2008, S. 15, www.nationalmssociety.org