Eigene Leistungsgrenzen kennen und beachten

Was gut für den Körper ist und wo persönliche Grenzen liegen, merkt man selbst am besten. Das Motto „Höher, schneller, weiter..." vergisst man besser schnell. Denn wenn man die eigenen Grenzen nicht beachtet, kann sich der positive Effekt von Bewegung auch ins Negative umkehren. Die eigene Leistung richtig einzuschätzen ist daher wichtig, wenn man körperlich aktiv wird.


Leistungsgrenzen

Seine Leistungsgrenzen zu kennen und zu beachten, das heißt jedoch nicht, dass man übermäßig vorsichtig sein muss – auch nicht, wenn man MS hat. Es gibt nur einige Dinge, die man beachten sollte, wenn man sportlich aktiv wird.

Bewegung mit MS – aber wo?

Für Menschen mit MS gibt es verschiedene Möglichkeiten und eine Vielzahl an Sportarten, um je nach Leistungsfähigkeit bzw. Beeinträchtigungen, in Bewegung zu bleiben. Im Verein oder Fitnessstudio erlernt man unter professioneller Anleitung eines Trainers die korrekte Ausführung einer Übung. Damit vermeidet man Fehl- oder Überbelastungen durch falsches Training. Der Trainer kann die Übungen gezielt an die Belastbarkeit anpassen und einen persönlichen Trainingsplan erstellen.

Beim Reha-Sport wählen besonders ausgebildete Sporttherapeuten gezielt Übungen für jeden einzelnen Teilnehmer aus. Das Ziel ist, Alltagsbeschwerden zu vermindern und krankheitsbedingten Folgeschäden entgegenzuwirken. Die Reha-Sportgruppen werden in der Regel ärztlich betreut. Besonderer Wert wird dabei auf eine ganzheitliche Betrachtung gelegt, so dass aucha pädagogische, psychologische und soziale Aspekte miteinbezogen werden.

Leistungsgrenzen erkennen

Ausgeprägter als bei Gesunden kommt es bei MS-Erkrankten zu täglichen Schwankungen der individuellen Leistungsfähigkeit. Ein Sporttagebuch kann helfen, die Ursache für Schwankungen zu erkennen und das Training daran anzupassen. In der App MS und Ich können Sie Ihre sportliche Betätigung dokumentieren. Weitere Informationen zur App und zum Download erhalten Sie hier.

Bei der Auswahl einer geeigneten Sportart sollten Sie immer versuchen, Ihre persönlichen Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Wenn Sie nach dem Training so geschafft sind, dass danach nichts mehr geht, schadet der Sport mehr als er hilft.

Lassen Sie sich von einem Sporttherapeuten oder Ihrem Arzt beraten, worauf Sie achten sollten.

  • Wir haben für Sie nochmal die wichtigsten Regeln für das Training zusammengefasst:

    • Immer mit leichten Aufwärmübungen beginnen
    • Übungen an die eigene Leistungsfähigkeit anpassen 
    • Auf seinen Körper hören 
    • Pausen einbauen 
    • Nach dem Training entspannen 
    • Während des Trainings ausreichend trinken 
    • Bei hohen Außentemperaturen körperliche Anstrengung vermeiden 
    • Bei Überhitzung für Abkühlung sorgen (Kalte Getränke, Kühlelemente u.a.)
  • Das Uhthoff-Phänomen nicht vergessen

    Der Körper kann auf sehr intensives Training mit dem sogenannten Uhthoff-Phänomen reagieren. Durch die erhöhte Körpertemperatur kann es zu einer vorübergehenden Leistungsverschlechterung der Nervenfasern kommen. Dadurch können neurologische Symptome verstärkt auftreten, ähnlich wie bei einem MS-Schub. Die Symptome treten zum Beispiel als Sehstörungen, Müdigkeit, Lähmungen, Muskelsteifigkeit oder Koordinationsstörungen in Erscheinung. Nach einer Abkühlung verschwinden die Symptome in der Regel wieder.

    Dieses Phänomen wird daher manchmal auch als Pseudoschub bezeichnet. Wie man einen Pseudoschub von einem Schub unterscheidet und was man dagegen tun kann, dass erfahren Sie in unserem Artikel Schub und Pseudoschub.