Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt
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Multiple Sklerose (MS) und der Wunsch nach Kindern schließen sich nicht aus. Doch wenn Paare eine eigene Familie gründen wollen, sind sie durch ihre Erkrankung zunächst oft verunsichert. Sie wissen nicht, ob MS vererbbar ist oder inwieweit die Schwangerschaft und die Geburt Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen.

MS ist nach heutigen Erkenntnissen keine Erbkrankheit. Allerdings kann eine gewisse genetische Veranlagung vermutlich die Entstehung von MS begünstigen. Damit MS ausgelöst wird, müssen jedoch weitere Faktoren hinzukommen. Als Auslöser werden verschiedene Krankheitserreger diskutiert, insbesondere Viren und Bakterien (z. B. das Epstein-Barr-Virus aus der Gruppe der Herpesviren).

Schwangerschaft planen

Männer und Frauen mit MS können genauso Eltern werden wie Gesunde. Die Fruchtbarkeit ist grundsätzlich nicht eingeschränkt. Wenn man sich ein gemeinsames Kind wünscht, dann sollte man die Schwangerschaft allerdings vorab mit dem Frauenarzt und Neurologen planen. Denn nicht jeder Zeitpunkt ist günstig für eine Schwangerschaft.

Der letzte Schub sollte längere Zeit zurückliegen. Bei einer sehr hohen Schubfrequenz sollten Frauen zunächst besser abwarten, ob sich diese durch geeignete Medikamente verringern lässt. Ansonsten ist die Gefahr eines Schubes in der Schwangerschaft zu groß. Des Weiteren können einige Substanzen, die in der MS-Behandlung eingesetzt werden, das Ungeborene schädigen. Eine Unterbrechung der Therapie wird in diesem Fall schon vor Beginn einer Schwangerschaft, spätestens aber mit Schwangerschaftseintritt, empfohlen.

Schwangerschaften von Frauen mit MS verlaufen ähnlich, wie die von gesunden Frauen. Weder die Fehlgeburtenrate noch das Auftreten von Fehlbildungen oder Frühgeburten ist durch die MS erhöht. Man geht heute sogar davon aus, dass eine Schwangerschaft den Krankheitsverlauf eher günstig beeinflusst.

Weiterführende Informationen zu Multipler Sklerose und Kinderwunsch finden Sie im deutschsprachigen Multiple Sklerose und Kinderwunsch Register (DMSKW).

Daran sollten Sie vor einer Schwangerschaft denken

Leben_Partnerschaft u. Familie_ Kinderwunsch
Novartis

Die Geburt

Die Geburt ist auch für Frauen mit MS ein ganz natürlicher Vorgang, der keiner besonderen Vorbereitung bedarf. In der Regel verläuft sie ohne Komplikationen. Von einer Hausgeburt wird aber dennoch abgeraten, falls es unerwartet zu Problemen kommt. Es ist immer gut, Fachärzte und die nötige medizinische Versorgung direkt vor Ort zu haben. Bei der Auswahl der Geburtsklinik sollten Sie sich mit Ihrem Neurologen besprechen. Er kann Ihnen wichtige Hinweise geben, worauf Sie dabei achten sollten.

Elternsein – jeden Tag

So ein kleiner Mensch braucht eine Menge Aufmerksamkeit. Dabei darf man allerdings sich und die eigene Gesundheit nicht vergessen. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen. Besonders dann, wenn Sie Ihr Kind stillen wollen. Mehr über eine vollwertige Ernährung erfahren Sie in unserem Artikel "Vollwertig Essen und Trinken".

Sofern Sie nicht stillen möchten oder eine hohe Krankheitsaktivität in oder vor der Schwangerschaft aufwiesen, wird empfohlen, die MS-Therapie in der ersten Woche nach der Geburt wieder aufzunehmen.

Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Neurologen und Gynäkologen sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bieten heute eine gute Kontrolle und kompetente Beratung. Besprechen Sie unbedingt frühzeitig mit Ihrem Neurologen die Therapiemaßnahmen vor, während und nach der Schwangerschaft.

Mehr über Therapiemöglichkeiten bei Multipler Sklerose erfahren Sie in unserem Bereich Therapie.