Kinderbetreuung und Haushalt mit MS
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Beruf, Familie und die MS unter einen Hut zu bringen, bedarf einiges an Organisation. Insbesondere wenn Reha- oder Klinikaufenthalte anstehen, fragen sich viele Eltern, wie das mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren ist. Es gibt zwei unterschiedliche Modelle, die hier Abhilfe schaffen können.

Kinderbetreuung

Bei der Betreuung von Kindern gibt es verschiedene Optionen, die sich insbesondere nach dem Bedarf richten. Grundsätzlich ist hier zwischen allgemeinen Kinderbetreuungskosten sowie der „Betreuung und Versorgung eines Kindes in Notsituationen" zu unterscheiden.

Wer an einer notwendigen medizinischen oder beruflichen Rehabilitationsmaßnahme teilnimmt und Kinder zu versorgen hat, hat Anspruch auf Kinderbetreuungskosten als ergänzende finanzielle Leistung zu den Rehamaßnahmen. Diese beinhalten entweder:

Die Erstattung der Kosten für die Mitnahme eines Kindes an den Kur- bzw. Rehaort und dessen dortige Unterkunft und Verpflegung, wenn das Kind nicht älter als 12 Jahre ist.

oder

Die Erstattung der Kosten der Kinderbetreuung bis zu 160 € pro Kind im eigenen Haus, wenn dies unvermeidbar ist.

Ist die Versorgung der Kinder und die Betreuung des Haushalts aufgrund der Erkrankung eines Elternteils, eines Kuraufenthalts, etc. dennoch nicht möglich, ist das Jugendamt die entsprechende Anlaufstelle. Hier kann der Antrag auf ambulante Familienpflege in sogenannten Notsituationen gestellt werden. Er zielt darauf ab, die Betreuungskosten für Kinder in Ausnahmesituationen, wie z. B. einem längeren Reha Aufenthalt, zu übernehmen.

Hilfe im Haushalt

Auch eine Unterstützung in Form einer Haushaltshilfe ist möglich. Dabei kann es sich um eine fremde oder verwandte Person handeln, die für den benötigten Zeitraum bei der täglichen Arbeit im Haus mithilft. Der Aufgabenbereich umfasst dann z. B. das Kochen, den Einkauf oder auch die Kinderbetreuung. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass Kinder unter 12 Jahren zu Hause zu versorgen sind bzw. keine andere Person im Haus die anfallenden Aufgaben erledigen kann (z. B. wegen beruflicher Verpflichtungen, zu hohem Umfang der Aufgaben, sehr hohem Alter, etc.).

Der Antrag wird meist bei der Krankenkasse, der Unfall- oder Rentenversicherung gestellt bzw. kann bei Bezug von Sozialhilfe auch Teil dessen sein. Entsprechende Formulare und Informationen erhalten Sie über Ihren Kostenträger. Hier können Sie auch im persönlichen Gespräch in Erfahrung bringen, in welchem konkreten Umfang die Kosten der Haushaltshilfe übernommen werden.

Mehr über die Leistungen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen erfahren Sie in unserem Artikel.