Krankenversicherungen und MS

Die Krankenkassen haben in unserem Versicherungssystem in Deutschland einen hohen Stellenwert. Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sind Kostenträger für ärztliche Behandlungen, Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfen. Durch die regelmäßige Einzahlung der Versicherungsbeiträge können wir im Falle einer Erkrankung wie der MS von unserer Versicherung profitieren.


Krankenversicherungen

Gesetzliche und private Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten der Arzneimittel, wenn sie für die entsprechende Indikation zugelassen sind. Dies gilt auch für anerkannte Heilmittel bei MS, z. B. Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie. Bestimmte psychotherapeutische Behandlungen durch einen Psychotherapeuten (mit Kassenzulassung) werden übernommen, wenn psychische Störungen mit Krankheitswert vorliegen.

Welche Kosten die private Krankenversicherung übernehmen soll sowie die Höhe der Selbstbeteiligung kann individuell vereinbart werden. Der eigene Bedarf sollte in diesem Fall vorab gründlich überlegt werden. Der Basistarif enthält ein Leistungsangebot, das mit dem der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar ist. Zusätzliche Leistungen können hier nach Bedarf verhandelt und einbezogen werden.

Zuzahlung und Belastungsgrenzen

Bei vielen Leistungen der gesetzlichen und auch privaten Krankenkassen ist eine Zuzahlung des Patienten fällig. Hier gibt es allerdings „Belastungsgrenzen". Erwachsene müssen nicht mehr als zwei Prozent ihres jährlichen Bruttoeinkommens aus eigener Tasche hinzuzahlen. Bei chronisch kranken Menschen, die besonders oft zum Arzt müssen und viele Medikamente benötigen, liegt sie bei einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens. Bevor Sie ein Rezept einlösen, sollten Sie sich immer bei Ihrem Arzt, Therapeuten oder Ihrer Krankenkasse informieren, ob eine solche Zuzahlung notwendig wird.

Reicht eine Akutbehandlung bei MS im Krankenhaus nicht aus, kann gemeinsam mit dem Arzt eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme („Kur") beantragt werden. Eine Reha wird abhängig vom Ziel der stationären Behandlung (z.B. Wiederherstellung oder Erhalt der Erwerbsfähigkeit, Wiederherstellung der Gesundheit) von verschiedenen Kostenträgern (Krankenkasse, Rentenversicherung, Agentur für Arbeit, Unfallversicherung, Sozialamt) gewährt. Zunächst muss daher geklärt werden, wer die Kosten dieser Maßnahme trägt.

Informationen zu Rehabilitationsangeboten, wie die berufliche und medizinische Rehabilitation sowie zum Antrag und Ablauf einer Rehabilitation finden Sie auch auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung.

Mehr über Reha-Maßnahmen bei MS erfahren Sie auch in unserem Artikel Rehabilitation.

Die unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät Sie im gesetzlichen Auftrag kostenlos, neutral und anonym zu gesundheitlichen, gesundheitsrechtlichen und gesundheitssozialen Fragen – ob telefonisch, online oder direkt vor Ort. Informationen erhalten Sie u.a. über das gebührenfreie Beratungstelefon unter Tel.: 0800 011 77 22 für eine Beratung in Deutsch. Auf der Homepage der UPD finden Sie dazu weitere Informationen.