Schwerbehindertenausweis bei MS

Der Schwerbehindertenausweis ist in Deutschland ein Nachweis über den Status als schwerbehinderte Person. In ihm sind der Grad der Behinderung (GdB) und eventuelle Merkzeichen wie eine Gehbehinderung festgehalten, außerdem die Dauer der Gültigkeit. Der Schwerbehindertenausweis dient als Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen.



Was sollte man wissen?

Schwerbehindert ist derjenige, bei dem auf Antrag ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 festgestellt wird. Der Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis ist bei der für seinen Wohnsitz zuständigen Behörde oder beim Versorgungsamt zu stellen.

Bei MS kommt es dabei auf die körperlichen und/oder seelischen Einschränkungen an, die mindestens sechs Monate lang vorliegen. Als Einschränkung wird jede negative Abweichung vom gesundheitlichen Befinden eines gleichaltrigen, nicht behinderten Menschen bewertet. Zurzeit wird die MS ohne besondere Einschränkungen in der Regel mit einem GdB von 30 eingestuft. Dies benachteiligt allerdings junge MS-Erkrankte, die anfangs nur geringe Einschränkungen haben und oft nicht als Schwerbehinderte anerkannt werden.

Zum Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile können behinderte und schwerbehinderte Menschen Nachteilsausgleiche erhalten. Neben steuerlichen Erleichterungen und Hilfen im Beruf gibt es weitere Hilfen oft nur in Verbindung mit den Merkzeichen. Dazu gehören die Beförderung im öffentlichen Nahverkehr oder das Parken auf Behindertenparkplätzen.

Einige Beispiele für Merkzeichen:

G = erhebliche Gehbehinderung
aG = außergewöhnliche Gehbehinderung
B = Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson
RF = Ermäßigung oder Befreiung von der Rundfunk - Beitragspflicht
H = Hilflosigkeit
Bl = Blindheit
Gl = Gehörlosigkeit


Wer einen GdB von 30 erhält, kann bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf Gleichstellung mit Schwerbehinderten stellen. Die Gleichstellung wird aber nur bewilligt, wenn sie zur Erlangung oder zum Erhalt eines Arbeitsplatzes notwendig ist.