Nachteilsausgleich und Steuern bei MS

Eine Krankheit wie die MS ist nicht nur eine körperliche oder auch geistige Belastung, auch finanziell gesehen kann sie den Betroffenen belasten. Der Gesetzgeber möchte Menschen mit Behinderung und Gleichgestellten daher durch Steuervorteile und einen sogenannten Nachteilsausgleich entgegenkommen.

Nachteilsausgleich und Steuern

Es gibt verschiedene Wege, wie höhere Kosten, die aufgrund von Behinderung entstanden sind, steuerlich absetzbar sind.

Entweder mittels Pauschalbetrag (im Volksmund auch Behindertenfreibetrag) oder unter Angabe der tatsächlichen Ausgaben:

Der Pauschalbetrag für Behinderung (auch „Pauschbetrag" genannt) ist abhängig vom anerkannten Grad der Behinderung (GdB). Bei einem GdB von 30 beläuft sich der Pauschalbetrag auf 310 €, bei einem GdB von 100 auf 1.420 € pro Jahr. Dieser Betrag wird nicht erstattet, vielmehr wird das steuerpflichtige Einkommen um diesen Betrag vermindert und die Steuer neu berechnet. Entstehen neben dem Pauschalbetrag aus akutem Anlass hohe Krankheitskosten, so kann dies unter Berücksichtigung der persönlichen Belastungsgrenze als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.


oder

Eine Alternative bietet die Möglichkeit durch Vorlegen der tatsächlichen Ausgaben. Bei den tatsächlichen Ausgaben wird aber noch ein zumutbarer Eigenbetrag von 1 bis 7 Prozent abgezogen. Die Höhe des Abzugsbetrages hängt vom Einkommen ab.


Haushaltsnahe Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen können ebenfalls steuerlich abgesetzt werden. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind solche, die typischerweise im Haushalt miterledigt werden (Putzen, Einkaufen, Rasen mähen etc.). Nicht dazu gehören Aufgaben, die aus Sicherheitsgründen durch Fachhandwerker ausgeführt werden: Elektro-, Gas-, Wasserinstallation etc.

Nachteilsausgleich

Es gibt unterschiedliche Nachteilsausgleiche, die verschiedene Lebensbereiche betreffen. Nachteilsausgleiche können für Personen mit einer Schwerbehinderung ausgestellt werden. Dabei handelt es sich um Vergünstigungen oder Unterstützungen, die beantragt werden müssen.

  • Wir haben einige Beispiele aufgezählt, bei denen sie aufgrund der Schwerbehinderung einen Nachteilsausgleich erhalten:

    • unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr ("Freifahrt")
    • Freifahrt im öffentlichen Personennahverkehr für Begleitperson bei Merkzeichen B
    • Parkerleichterung durch den Schwerbehindertenausweis
    • Rundfunkbeitragsermäßigung
    • Ermäßigter Eintritt zu Veranstaltungen 
    • Zusatzurlaub und Kündigungsschutz
    • Kostenvorteile der Kfz-Steuer abhängig vom Merkzeichen
  • Die meisten Nachteilsausgleiche sind abhängig vom Grad der Behinderung und dem Merkzeichen. Weiter Informationen zu den einzelnen Nachteilsausgleichen erfahren Sie bei verschiedenen Leistungsträgern und Ämtern, diese teilen Ihnen auch mit wie Sie die unterschiedlichen Ausgleiche beantragen oder nutzen können.

    Weitere Informationen zu den Nachteilsausgleichen finden Sie auf der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen oder des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

    Mehr zum Thema Schwerbehinderung und Gleichstellung finden Sie in unserem Artikel Schwerbehindertenausweis.