Beruf
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Der Beruf kann manchmal ganz schön stressig und anstrengend sein. Dennoch bietet er auch täglich neue Herausforderungen, die fordern und gleichzeitig fördern. Man bleibt in Bewegung, trifft Menschen und trainiert ganz nebenbei sein Gehirn. Dabei bleibt man fit. Solange man sich mit der Arbeit wohlfühlt, sollte man daher auch am Arbeitsleben teilhaben.

Eine Berufstätigkeit kann viele positive Effekte mit sich bringen, dazu gehören auch:

  • Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben

  • Anerkennung für vollbrachte Leistungen

  • die Motivation, sich der MS zu stellen

  • ein stärkeres Selbstbewusstsein 

  • zunehmende Kraft und Motivation

 

Allerdings kann die MS auch im Beruf manchmal eines ihrer tausend Gesichter zeigen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man beruflich nicht weiter aktiv sein kann. Eine voreilige Berentung kann langfristig kontraproduktiv sein, weil sie gleichzeitig für einen Rückzug aus dem alltäglichen sozialen Leben sorgt. Oft reicht es, die beruflichen Gegebenheiten an die persönlichen Bedürfnisse und Beeinträchtigungen anzupassen.
  
MS-Erkrankte können schneller ermüden. Mehrere Pausen über den Tag verteilt sind daher wichtig. Bei verminderter Leistungsfähigkeit können Teilzeitstellen und / oder leichtere Tätigkeiten dabei unterstützen,  weiter im Berufsleben zu bleiben. Dazu ist meist ein Gespräch mit dem Arbeitgeber nötig.

Mit dem Arbeitgeber über MS reden?

Ein Arbeitnehmer muss den Arbeitgeber von sich aus nicht über eine chronische Erkrankung oder eine festgestellte Behinderung informieren. Weder in einem bestehenden Arbeitsverhältnis, noch bei einem Vorstellungsgespräch.

Eine Ausnahme liegt u.a. vor, wenn Sie durch eine Beeinträchtigung sich oder andere in Gefahr bringen können. Das kann z. B. eine Sehstörung bei einem Maschinenführer oder Kraftfahrer sein. Wird dem Arbeitgeber solch eine wichtige Information vorenthalten, kann er den Arbeitsvertrag im Nachhinein anfechten.

Fragen des Arbeitgebers nach einer Schwerbehinderung oder Krankheit müssen, soweit sie die Arbeits- und Einsatzfähigkeit betreffen, wahrheitsgemäß beantwortet werden, sonst kann auch in diesem Falle der Arbeitsvertrag angefochten werden.

Hilfsmittel für den Arbeitsplatz

Ein offenes Gespräch mit dem Arbeitgeber kann für beide Seiten Vorteile und Unterstützung bringen. Sie können gemeinsam überlegen, wie der Arbeitsplatz optimal an Ihre Bedürfnisse angepasst werden kann. Dies gelingt zum Beispiel durch das Einplanen regelmäßiger Pausen, Arbeitszeitverkürzung oder eine Anpassung der Aufgaben an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Auch einfache Hilfsmittel, wie Sehhilfen oder Stiftverdickungen können eine wesentliche Unterstützung bieten.

Hier finden Sie einige Beispiele für entlastende Maßnahmen am Arbeitsplatz.

    Leben_Studium und Beruf_Beruf
    Novartis

    Ihr Arbeitgeber kann zum Ausgleich Einarbeitungszuschüsse, Lohnzuschüsse (Minderleistungsausgleich) oder Baumaßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit erhalten. Ebenso kann er Hilfen für die technische Ausstattung des Arbeitsplatzes mit Geräten oder Möbeln beantragen, die dem Behinderungsausgleich dienen (z. B. ein Großbildschirm für Sehbehinderte oder ein dienstlich notwendiger Rollstuhl). Das entspannt Sie nicht nur bei der Arbeit, sondern macht Sie zudem leistungsfähiger.

    Mehr Informationen zu Ihren Rechten am Arbeitsplatz finden Sie in unserem Artikel Rechte am Arbeitsplatz.