iStock-664456228_Cameris
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Menschen, deren Erwerbsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen gefährdet ist, haben besondere Rechte am Arbeitsplatz. Sie können zum Ausgleich der vorliegenden Beeinträchtigungen nicht nur finanzielle Unterstützung zum Erhalt des Arbeitsplatzes erhalten, sondern haben auch einen besonderen Kündigungsschutz oder Recht auf Zusatzurlaub.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben umfassen ein breites Spektrum an Einzelleistungen, die von qualifizierenden Leistungen bis hin zu Sachleistungen reichen. Sie sind im Sozialgesetzbuch fest verankert (§33 SGB V) und sollen zum Erhalt des Arbeitsplatzes beitragen, wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen. Auch chronisch kranke Menschen mit MS ohne gesetzlichen Behinderungsstatus können davon profitieren. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie zur medizinischen Rehabilitation, unterhaltssichernden Leistungen und Leistungen zur Teilhabe am Leben der Gesellschaft sind sogar einklagbar.

Einige Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mit MS

Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes

  • Trainingsmaßnahmen

  • Beratung und Vermittlung

  • Umsetzung im Betrieb

  • Hilfen zur Berufsausübung

  • Arbeitsassistenz

  • Kraftfahrzeughilfe

  • Mobilitätshilfen

  • Gründungszuschuss

Berufliche Bildungsmaßnahmen

  • Berufsvorbereitung inkl. Grundausbildung

  • Ausbildung

  • Weiterbildung, z. B. Umschulung, Fortbildung

  • berufliche Anpassung/Teilquali­fizierung

  • Integrationsmaßnahmen

Leistungen an Arbeitgeberinnen / Arbeitgeber

Zuschüsse für:

  • betriebliche Aus- oder Weiterbildung

  • dauerhafte Eingliederung

  • Arbeitshilfen

  • Umbaumaßnahmen

  • Probebeschäftigung

Falls Sie Unterstützung oder Zuschüsse benötigen, finden Sie den richtigen Ansprechpartner bei Ihrem Integrationsamt, bei der Bundesagentur für Arbeit oder Ihrem Rentenversicherungsträger.

Wie sieht es aus mit Kündigungsschutz?

Mit einem Schwerbehindertenausweis oder als Gleichgestellter erhalten Sie besonderen Kündigungsschutz (§85 SGB IX). Das bedeutet: Bevor ihr Arbeitgeber Sie kündigen kann, muss er die Zustimmung des Integrationsamtes einholen. Dies versucht, die beiderseitigen Interessen in einem Gespräch auszugleichen und finanzielle Hilfen zum Erhalt des Arbeitsplatzes anzubieten.

Eine Kündigung des Arbeitgebers wird nur wirksam, wenn der Arbeitnehmer nicht innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung schriftlich Kündigungsschutzklage erhebt.

Der besondere Kündigungsschutz ist unabhängig von der Betriebsgröße und findet auch in kleinen Unternehmen Anwendung. Ausgenommen von dieser Regelung ist, wenn ein Vertragsverhältnis durch einen Aufhebungsvertrag, Fristablauf, Anfechtung wegen arglistiger Täuschung oder Kündigung durch den Arbeitnehmer endet. Dann gelten (nur) die allgemeinen Regeln.

Zusatzurlaub – ja bitte

Schwerbehinderte haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Woche bezahlten Zusatzurlaub pro Jahr (§208 SGB IX). Für das Urlaubsjahr in dem der Schwerbehindertenausweis erteilt wurde gilt dieser Anspruch anteilig. Gleichgestellte haben keinen Anspruch auf Zusatzurlaub. Daneben können Schwerbehinderte und Gleichgestellte die Freistellung von Mehrarbeit (Arbeit über die regulären acht Arbeitsstunden hinaus) beantragen.

Wenn Sie trotz dieser Maßnahmen nicht voll berufsfähig bleiben können, gibt es eine Rente auf Zeit, die sogenannte Erwerbsminderungsrente. Mehr dazu erfahren Sie in dem Artikel Rente und Erwerbsminderungsrente.