MS-Therapie: Behandlung des akuten Schubes

Für die Behandlung eines akuten Schubes der MS erhält man Infusionen mit Kortison.

Die Therapie des akuten Schubes besteht in der intravenösen (i. v.) Gabe von hochdosierten Glukokortikosteroiden (oft als „Kortison" bezeichnet) über einige Tage. Man spricht auch von einer Pulstherapie oder Stoßtherapie.

Die Behandlung sollte möglichst innerhalb von 2 bis 5 Tagen nach Auftreten der Schubsymptome beginnen und wird über 3 bis 5 Tage fortgeführt. Je nach Verträglichkeit kann danach die Kortisonbehandlung entweder sofort abgesetzt oder über 10 bis 14 Tage unter regelmäßiger Reduzierung der Dosis langsam ausgeschlichen werden. Kortison wirkt entzündungshemmend und unterdrückt die Aktivität des Immunsystems (Immunsuppression).

Die Symptome bessern sich hierdurch meistens in wenigen Tagen. Sollte unter dieser Behandlung innerhalb von 2 Wochen nach Beendigung der Therapie keine Besserung eintreten, kann eine erneute intravenöse Kortisontherapie mit ultrahochdosierten Glukokortikosteroiden über 5 Tage sinnvoll sein. Bei besonders schweren Schüben besteht die Möglichkeit einer Plasmapherese-Therapie (Blutwäsche).

Wann wird bei MS eine Plasmapherese durchgeführt?

Bessern sich die vorliegenden Symptome 2 Wochen auch nach Beendigung der ultrahochdosierten intravenösen Kortisontherapie nicht, sollte über eine Plasmapherese nachgedacht werden. Sie kommt nur bei einem schweren akuten Schub und auch nur für eine kleine Gruppe von Patienten in Frage. Das Verfahren ähnelt der Dialyse bei Nierenkranken. Aus einer Armvene wird Blut aus dem Körper entfernt und in eine Maschine geleitet, die das flüssige Plasma von den Blutzellen trennt. Das Plasma (einschließlich vieler Lymphozyten und Eiweißstoffe) wird dann verworfen und durch normales Plasma oder Albumin ersetzt, damit kein Flüssigkeits- oder Eiweißmangel entsteht. Das so neu zusammengesetzte Blut wird dann dem Patienten wieder über eine Armvene zugeführt.

Die Plasmapherese erfolgt in der Regel stationär über 10 Tage in 5 Zyklen. Auf diese Weise sollen Substanzen aus dem Blut entfernt werden, die für die Schädigung der Myelinscheide verantwortlich sind. Die Behandlung sollte möglichst 4 bis 6 Wochen nach Auftreten des MS-Schubes beginnen. Die Methode eignet sich jedoch nicht als dauerhafte Behandlung.

Quelle(n):

[1] DGN / KKNMS Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS, Online-Version, Stand: 13.08.2014, http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de (zuletzt besucht: 01.04.2015)

 

[2] Website der DMSG http://www.dmsg.de (zuletzt besucht: 01.04.2015)