Beginn der MS-Therapie

Je früher mit der MS-Therapie begonnen wird, desto besser kann die Multiple Sklerose (MS) von Anfang an kontrolliert werden. Jedes Entzündungsgeschehen, das unser Zentralnervensystem (ZNS) schädigt, kann bleibende Beeinträchtigungen hinterlassen. Die MS-Therapie ist komplex und beinhaltet verschiedene Bausteine.

Die Langzeittherapie der MS verlangsamt die Zunahme der Beschwerden und ermöglicht so in vielen Fällen einen nahezu normalen Alltag.

Wann und wie wird Multiple Sklerose behandelt?

Grundsätzlich wird zwischen der Therapie akuter Schübe bei Multipler Sklerose, einer verlaufsmodifizierenden MS-Therapie zur langfristigen Behandlung sowie der symptomatischen MS-Therapie unterschieden.1,2 (Abbildung 1)

Abb. 1: Bausteine der MS-Therapie

Die „verborgene" Entzündungsaktivität bei MS

Lediglich den akuten Schub zu behandeln, reicht nicht aus. Wie das „Eisberg-Prinzip" (siehe Abbildung 2) verdeutlicht, kann die MS-Erkrankung auch zwischen den Schüben aktiv sein. Der Entzündungsvorgang findet auch ohne erkennbare Symptome bzw. Schübe im „Verborgenen" statt und schädigt weiter die Nervenbahnen.
Die Schübe sind quasi die Spitze eines Eisbergs, denn durch sie werden nur 10 – 20 % der tatsächlichen Krankheitsaktivität bei Multipler Sklerose deutlich. Der überwiegende Teil der Entzündungsprozesse, d. h. 80 – 90 %, läuft unbemerkt ab.

Die „verborgene" Entzündungsaktivität mittels MRT feststellen

Die „verborgene" Entzündungsaktivität lässt sich mittels Magnetresonanztherapie (MRT) nachweisen. Durch regelmäßige MRT-Untersuchungen kann man feststellen, ob die MS aktiv ist.3 Ist die MS-Therapie nicht ausreichend wirksam, kann man bei Anzeichen von Krankheitsaktivität die MS-Therapie frühzeitig optimieren. Mehr über die MRT-Untersuchung erfahren Sie in unserem Artikel Fokusthema MRT - frühes Erkennen schützt das Denkorgan

Abb. 2: Das Eisberg-Prinzip: Aktivität der MS bei Schüben und in der schubfreien Zeit

Multiple Sklerose auf Dauer richtig behandeln

Die sogenannte verlaufsmodifizierende Therapie, kann diesen Prozess verlangsamen, die Zahl der Schübe vermindern und das Fortschreiten der Beeinträchtigungen bei Multipler Sklerose verzögern. Zudem können mit der symptomatischen Behandlung die vorliegenden MS-Symptome erheblich verbessert werden.4

Wenn sich bei einem Patienten trotz der MS-Therapie Krankheitsaktivität zeigt, sollte frühzeitig über eine Therapieoptimierung, d.h. die Umstellung auf eine Therapie für hochwirksame Verlaufsformen bei MS, nachgedacht werden. Mehr dazu, wie sich die Krankheitsaktivität bei MS zeigt, das erfahren Sie hier.

Mehr Informationen zu den einzelnen Bausteinen der MS-Therapie

Quelle(n):

[1] Kompetenznetz Multiple Sklerose: http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/patienteninformationen/ueber-ms/therapiemodell/ (zuletzt besucht am 03.09.2018)
[2] DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
[3] Arnold DL et al.: Evolving role of MRI in optimizing the treatment of multiple sclerosis: Canadian Consensus recommendations, Multiple Sclerosis Journal - Experimental, Translational and Clinical, 2015, 1: 1-9, DOI: 10.1177/205521731558977.
[4] Henze T: Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt 2013.