Reha bei MS
iStock-636220698_Wavebreakmedia

Die Rehabilitation hilft MS-Patienten dabei, ihre Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit zurückzugewinnen - und damit in ihr soziales Leben zurückzukehren. Sie umfasst einen ganzheitlichen Ansatz und erfolgt in der Regel interdisziplinär.

Ganzheitlicher Ansatz in der MS-Rehabilitation

Eine Rehabilitation dient zur Wiederherstellung oder dem Erhalt der körperlichen, sozialen oder beruflichen Fähigkeiten des Betroffenen. Daher gibt es drei verschiedene Bereiche in der Rehabilitation bei Multipler Sklerose.

  • Von der medizinischen Rehabilitation spricht man nach einer Krankheit oder einem Unfall, beispielsweise nach einem MS-Schub. Sie dient in erster Linie der Behandlung von Gesundheits- und Funktionsstörungen und soll helfen, so schnell wie möglich wieder am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben.

  • Die berufliche Rehabilitation kann im Anschluss an die medizinische Rehabilitation stattfinden. Sie fördert die Eingliederung in das Berufsleben und dient dazu, den Arbeitsplatz möglichst zu erhalten oder, wenn nötig, neue Berufschancen zu eröffnen. 

  • Die soziale Rehabilitation fördert die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Sie trainiert den Umgang mit alltäglichen Anforderungen, um eine Wiedereingliederung in das soziale Umfeld zu erreichen.

 

Ziele einer Rehabilitation bei MS

Therapieziele einer Rehabilitation bei MS

  • Verbesserung der neurologischen Symptome 

  • Förderung / Erhalt der Selbstständigkeit und persönlichen Mobilität

  • Förderung / Erhalt der Teilnahme am gesellschaftlichen und beruflichen Leben

  • Förderung / Erhalt der sozialen und familiären Einbindung

  • Verhinderung von Komplikationen bei MS

  • Linderung der seelischen Auswirkungen der MS-Erkrankung

  • Hilfestellungen für eine gesunde Lebensweise und Ernährung bei MS 

Um bestehende Beeinträchtigungen bei MS und ihre Folgen zu verbessern, werden während der Rehabilitation gezielt motorische, sensorische, koordinative, kommunikative, kognitive und psychische Störungen behandelt.

Frührehabilitation – MS-Komplexbehandlung

Bei der MS-Komplexbehandlung handelt es sich um eine stationäre Frührehabilitation in einer Akutklinik, bei der ärztliche, pflegerische und therapeutische Maßnahmen bei Multipler Sklerose kombiniert werden.

Eine MS-Komplexbehandlung kann sowohl bei einem akuten MS-Schub als auch bei chronischer Verschlech¬terung der Multiplen Sklerose erfolgen. Um eine MS-Komplexbehandlung zu erhalten, reicht eine Einweisung vom ambulant betreuenden Haus- oder Facharzt aus. Die MS-Komplexbehandlung wird meist über eine Dauer von 14 bis 21 Tagen durchgeführt.

Individuelle Behandlung bei MS

Ein Team aus Ärzten, Pflegefachkräften, Physiotherapeuten, Masseuren, Ergo-, Sprach- und Musiktherapeuten sowie dem Sozialdienst entwickeln gemeinsam für jeden MS-Patienten ein individuelles, intensives Behandlungskonzept, welches regelmäßig überprüft und angepasst wird. Der MS-Patient erhält bei seinem Aufenthalt in der Klink in der Regel drei Therapien pro Tag aus verschiedenen Abteilungen.

Rehabilitation bei MS

Die Rehabilitation kann ambulant bzw. teilstationär oder stationär stattfinden. Ambulant bzw. teilstationär erhält der MS-Patient täglich mehrere Therapien in einer Rehabilitationsklinik oder stationären Rehabilitationseinrichtung, wohnt aber zu Hause. Stationär ist sie verbunden mit einem mehrwöchigen Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik. Welche Art der Rehabilitation gewählt wird, ist individuell abhängig u.a. von der Familiensituation, dem Therapieziel oder der Krankheitsschwere bei MS. Die MS-Behandlung erfolgt in der Regel interdisziplinär. Eine Vielzahl an Angeboten ermöglicht es daher, individuell auf die Probleme des MS-Patienten einzugehen und ihn bei deren Bewältigung bestmöglich zu unterstützen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Patient wird bei der Rehabilitation aktiv in die Behandlung eingebunden. Neben Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sporttherapie, kognitiver Therapie, Sozial- und Berufsberatung, Hilfsmittelversorgung und Psychotherapie erhält er umfassende Informationen über die MS-Erkrankung und erlernt Strategien zur Selbsthilfe, die ihm ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen.

Mehr Informationen über die nicht-medikamentöse symptomatische Therapie bei MS finden Sie hier.

Eine stationäre Rehabilitation dauert in der Regel 21 Tage, eine ambulante Rehabilitation 15 Behandlungstage. Sie kann unter bestimmten Umständen aber auch verkürzt oder verlängert werden.

Mehr Informationen zur Rehabilitation erhalten Sie auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung oder über Ihre Krankenversicherung.