Rehabilitationssport bei MS
iStock-545640970_JackF

Der positive Einfluss von Bewegung auf die Gesundheit ist unumstritten – auch für Menschen mit Multipler Sklerose (MS). Rehabilitationssport und Funktionstraining haben daher heute in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation der MS ihren festen Platz.

Reha-Sport in der medizinischen Rehabilitation bei MS

Während Reha-Sport die Ausdauer, Kraft und Koordination fördert, werden mittels Funktionstraining gezielt und schonend bestimmte Gelenke und Muskeln durch Krankengymnastik und/oder der Ergotherapie behandelt. Reha-Sport und Funktionstraining helfen damit einerseits, das Rehabilitationsziel einer Reha-Maßnahme zu erreichen, andererseits es auch nach erfolgreicher Rehabilitation weiter zu sichern. Die Verordnung von Bewegung ist daher oft eine ergänzende Maßnahme nach der medizinischen Rehabilitation bei Multipler Sklerose.

Reha-Sport fördert langfristig das Bewegungstraining bei MS-Erkrankten

Reha-Sport und Funktionstraining findet immer in Gruppen und unter ärztlicher Aufsicht statt. Als Sportarten kommen u. a. Nordic Walking, Gymnastik, Schwimmen oder Bewegungsübungen in Gruppen infrage. Das Ziel des Reha-Sports ist vor allem, dass das Bewegungstraining langfristig, auch wenn die Reha-Maßnahme abgeschlossen ist, selbstständig und eigenverantwortlich weitergeführt wird. Damit soll der MS-Patient selbst einen wichtigen Beitrag zum eigenen Wohlbefinden liefern.

Ziele des Rehabilitationssports

  • „Hilfe zur Selbsthilfe“

  • Verbesserung von Kraft, Ausdauer und körperlicher Leistungsfähigkeit

  • Verbesserung der funktionellen Beeinträchtigungen durch die MS-Symptome

  • Risiko für Folgeschäden vermindern

  • Soziale und psychische Stabilisierung

  • Förderung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Gruppendynamik)

  • Verbesserung der Lebensqualität

 

Verordnung von Reha-Sport

Für MS-Erkrankte, die von einer Behinderung bedroht sind, ist das Recht auf Reha-Sport zur Wiedergewinnung und Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit gesetzlich im „Bundes­versorgungs­gesetz" verankert.

Bei Multipler Sklerose kann der behandelnde Arzt zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit die Teilnahme am Reha-Sport empfehlen und eine Verordnung dafür ausstellen. Diese enthält auch eine Empfehlung, welche Art von Reha-Sport geeignet ist.

Reha-Sport – Welche Leistungen stehen MS-Erkranken zu?

Mit dieser Verordnung übernimmt der zuständige Rehabilitationsträger, z. B. die Krankenkasse, die Rentenversicherung oder die Unfallversicherung, in der Regel zeitlich begrenzt die Kosten. Doch bevor mit dem Reha-Sport begonnen werden kann, muss die Teilnahme durch den zuständigen Rehabilitationsträger genehmigt werden. Dazu muss ein Antrag auf Kostenübernahme eingereicht und bewilligt werden. Erst dann kann mit dem Reha-Sport begonnen werden.

Der Leistungsumfang variiert mit der Schwere der Beeinträchtigung. Im Regelfall erfolgt als Richtwert für die ärztliche Verordnung die Absolvierung von 50 Übungseinheiten mit jeweils mindestens 45 Minuten in höchstens 18 Monaten. Allerdings ist für eine angemessene Verordnungsdauer der Einzelfall entscheidend. Aus medizinischen Gründen kann bei Menschen mit MS daher der Reha-Sport auch über einen längeren Zeitraum verordnet werden.

Rehabilitationssport als Motivation für das Bewegungsprogramm zu Hause

Reha-Sport führt viele Patienten nach langen, wenig bewegungsintensiven Phasen wieder an den Sport heran. Er soll langfristig eine Motivation für die Fortführung des Bewegungsprogramms zu Hause sein.

Vielleicht kann die „neu erlernte" Sportart im lokalen Sportverein weitergeführt werden. Oder man schafft sich Freiraum, um alleine sportlich tätig zu werden. Auch MS-Sportgruppen bieten zahlreiche Sportaktivitäten.

Mehr über die positive Wirkung von Bewegung bei Multipler Sklerose und geeignete Sportarten finden Sie hier.