Die Magnetresonanztomographie (MRT) in der MS-Diagnose
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Erhärtet sich aufgrund der Anamnese und der körperlichen Untersuchung der Verdacht auf MS oder besteht der Verdacht, dass die Erkrankung fortschreitet, erfolgen weitere Untersuchungen wie die Magnetresonanztomographie (MRT).

Was ist eine Magnetresonanztomographie?

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers und wird auch als Kernspintomographie bezeichnet. Die MRT-Untersuchung ist schmerzfrei und verursacht keine Belastung durch Strahlen.

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Die Magnet­resonanz­tomographie unterstützt die frühe MS-Diagnose

Die MRT unterstützt eine frühe Diagnosestellung bei Multipler Sklerose. Da der überwiegende Teil der Entzündungsprozesse bei MS unbemerkt abläuft, kann mittels MRT auch eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs nachgewiesen werden, wenn keine typischen MS-Symptome vorliegen. Mehr über die versteckte Entzündungsaktivität erfahren Sie hier. Zusätzlich können mit den Aufnahmen andere Diagnosen, die ähnliche Symptome verursachen, ausgeschlossen werden.

Mit der MRT lassen sich Entzündungsherde im ZNS nachweisen1

Die MRT liefert Schichtbilder des Gehirns und Rückenmarks, auf denen Gehirnstrukturen und insbesondere entzündliche Veränderungen sehr genau dargestellt werden. Vor der Untersuchung wird „Gadolinium" (Kontrastmittel) gespritzt, denn es reichert sich in Entzündungsherden an, die erst kürzlich entstanden sind. Dadurch erhöht sich die Empfindlichkeit der MRT-Aufnahmen bezüglich dieser Herde und man erkennt sie auf den MRT-Bildern.

Mithilfe der MRT-Bilder lassen sich die zeitliche und die räumliche Streuung der Entzündungsherde im ZNS genau nachweisen. Dieser Nachweis ist ein wesentlicher Baustein der MS-Diagnose. Die überarbeiteten McDonald-Kriterien2 ermöglichen eine frühe MS-Diagnose, wenn nach einem ersten Krankheitsschub klinisch nachweisbare Auffälligkeiten vorliegen und sich zusätzlich charakteristische Läsionen in der initialen MRT finden.

Die McDonald-Kriterien 20172

McDonald-Kriterien 2017

  • Die sogenannten McDonald-Kriterien dienen als Grundlage für die Diagnose einer MS. Hauptkriterium der Diagnose MS ist nach wie vor der Nachweis einer räumlichen und / oder zeitlichen Streuung (Dissemination) von Entzündungsherden. Das heißt einerseits, Entzündungsherde liegen an mehr als einem Ort im Zentralnervensystem (ZNS) vor und im Krankheitsverlauf entstehen dort zudem neue Entzündungsherde. 

  • Die überarbeiteten McDonald-Kriterien vereinfachen weiter die frühe Diagnose der MS in Verbindung mit klinischen Syndromen. Gleichzeitig helfen sie dabei, wichtige Differentialdiagnosen auszuschließen. 

  • Die McDonald-Kriterien haben eine möglichst frühe zuverlässige Diagnosestellung bei MS als Ziel, um den zeitnahenStart mit einer verlaufsmodifizierenden Therapie zu ermöglichen.

Frühe MS-Diagnose verbessert den Therapieerfolg

Eine frühe Diagnose ermöglicht den frühen Beginn einer verlaufsmodifizierenden Therapie. Dadurch kann der Krankheitsverlauf von Anfang an günstig beeinflusst werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Auch nach der MS-Diagnose werden regelmäßige MRT-Untersuchungen zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Wird eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufs festgestellt, kann frühzeitig eine Therapieoptimierung eingeleitet werden.

Eine MRT-Untersuchung allein reicht jedoch für die MS-Diagnose nicht aus. Grundsätzlich werden dazu immer mehrere diagnostische Bausteine benötigt. Weitere Informationen zur Diagnose finden Sie hier.

Weitere Fakten und Informationen rund um die Magnetresonanztomographie (MRT) finden Sie hier.

 

Quelle(n):

[1] Hoffmann FA, Faiss JH, Schmidt RM, Zettl UK, Köhler W: Multiple Sklerose. Urban & Fischer Verlag / Elsevier GmbH. 2017.
[2] Diagnosis of multiple sclerosis: 2017 revisions of the McDonald criteria. Thompson AJ et al,. Lancet Neurol. 2018 Feb;17(2):162-173. doi: 10.1016/S1474-4422(17)30470-2. Epub 2017 Dec 21. Review