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Nach vielen Arztbesuchen weißt du endlich wie die Krankheit heißt, die dich schon seit einiger Zeit beschäftigt: Multiple Sklerose (abgekürzt MS).
Wahrscheinlich gehen dir tausend Gedanken durch deinen Kopf und du fragst dich, wie sich die MS auf dein Leben und deine Zukunft auswirkt.

Multiple Sklerose hat tausend Gesichter

MS ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern und verläuft bei jedem unterschiedlich. Manche haben nur einmal einen MS-Schuboder ein einzelnes Krankheitszeichen (Symptom). Andere haben häufiger MS-Schübe mit unterschiedlichen Symptomen.

Gut ist, dass die MS heute früher diagnostiziert und dadurch früher mit der einer passenden Therapie begonnen werden kann.
Deshalb ist es wichtig, sich gut über die MS zu informieren. Das wird dir helfen, die Multiple Sklerose besser zu verstehen und damit umzugehen.
Kurz und verständlich haben wir dir die wichtigsten Facts zu MS zusammengestellt:

Facts
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Wie häufig kommt MS bei Kindern und Jugendlichen vor?

Man schätzt, dass in Deutschland jedes Jahr zwischen 150 und 200 Kindern und Jugendlichen neu an MS erkranken. Vor dem 17. Lebensjahr beginnt die MS bei bis zu 5 % aller Fälle. Vor dem 10. Lebensjahr ist MS nur sehr selten zu beobachten.1

Verläuft MS bei Kindern und Jugendlichen genauso wie bei Erwachsenen?

Multiple Sklerose kann bei Kindern und Jugendlichen genauso wie bei Erwachsenen verlaufen. Allerdings gibt es altersabhängige Unterschiede in Bezug auf ihren Verlauf:

Bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich mehr Entzündungsstellen im MRT und eine höhere Schubrate als bei Erwachsenen.

Was genau ein MS-Schub ist, das erfährst du hier.

Die Rückbildung der Symptome bei Kindern und Jugendlichen ist nach einem MS-Schub schneller und vollständiger als bei Erwachsenen. Deshalb nehmen dauerhafte Beeinträchtigungen auch langsamer zu. So dauert es etwa 20 Jahre, bis sich einschränkende Beeinträchtigungen (ab EDSS von 4) zeigen.2,3

Wie verläuft die MS bei Kindern und Jugendlichen?

MS beginnt oft zunächst mit einem einzelnen Symptom, das typisch für MS ist. Es wird auch als klinisch isoliertes Syndrom, kurz KIS bezeichnet. Bei 15 bis 46 Prozent der Menschen mit einem KIS wird innerhalb von 5 Jahren MS diagnostiziert.4

Hier findest du Informationen, welche typischen MS-Symptome bei dir auftreten können.

Am häufigsten bei Multipler Sklerose ist der primär schubförmige Verlauf, kurz RRMS. Er ist durch akute Schübe mit MS-typischen Symptomen sowie einem nahezu vollständigen Abklingen der Krankheitssymptome nach einem Schub gekennzeichnet. In der schubfreien Zeit kommt es nicht zu einer weiteren Verschlechterung.

Im Kindes- und Jugendalter findet sich diese Verlaufsform in 95 bis 98 Prozent aller Fälle (bei Erwachsenen sind es bis zu 80 Prozent der Erkrankten).

Kinder und Jugendliche mit MS haben im Mittel 1,9 Schübe im ersten Jahr nach der Diagnose, 0,7 Schübe im zweiten Jahr und 0,4 Schübe im dritten Jahr.5,3

Die primär progrediente MS, kurz PPMS, bei der es von Anfang an zu einer kontinuierlich zunehmenden Verschlechterung ohne Schübe kommt, ist bei Kindern und Jugendlichen sehr selten.6

Mehr über die unterschiedlichen Verlaufsformen der MS erfährst du hier.

Multiple Sklerose – Symptome und Diagnose

Um die MS bei dir zu diagnostizieren hat dein Arzt dich gründlich untersucht und dich zu deinen Symptomen befragt.

Welche Symptome auf MS hinweisen können und welche Untersuchungen notwendig sind, dass erfährst du hier.

Quelle(n):

[1] Reinhardt, K., et al., Multiple sclerosis in children and adolescents: incidence and clinical picture - new insights from the nationwide German surveillance (2009-2011). European journal of neurology : the official journal of the European Federation of Neurological Societies, 2014. 21(4): p. 654-9.
[2] Renoux, C., et al., Natural history of multiple sclerosis with childhood onset. N Engl J Med, 2007. 356(25): p. 2603-13.
[3] S1-Leitlinie: Pädiatrische Multiple Sklerose", von Dr. Astrid Blaschek, Professor Dr. Wolfgang Müller-Felber, Universitätsprofessor Dr. Florian Heinen und Professor Dr. Peter Huppke, Bayerisches Ärzteblatt 5/2017, Seite 200 ff.
[4] Waldman A, Ghezzi A, Bar -Or A, Mikaeloff Y, Tardieu M, Banwell B. Multiple sclerosis in children: an update on clinical diagnosis, therapeutic strategies, and research. Lancet neurology 2014;13:936-48.
[5] Stark, W., P. Huppke, and J. Gartner, Paediatric multiple sclerosis: the experience of the German Centre for Multiple Sclerosis in Childhood and Adolescence. J Neurol, 2008. 255 Suppl 6: p. 119-22.
[6] Huppke, P. und Gärtner, J. (federführend): S1 Leitlinie Pädiatrische Multiple Sklerose. AWMF-Register Nr. 022/014 Klasse: S1. Überarbeitung von: 01/2016. Nächste Überprüfung geplant: 01/2021.