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Novartis

Multiple Sklerose (MS) hat viele Gesichter. Das hast du sicherlich schon gemerkt. Gerade geht es dir noch gut, dann merkst du plötzlich ein Kribbeln im Arm oder kannst nicht so gut sehen.
Wie sich die MS zeigt, das ist bei jedem anders. Ob du MS hast, das kann ein auf die Nerven spezialisierter Arzt, der Neurologe oder Neuropädiater, feststellen.

Multiple Sklerose erkennen

Alle Krankheitszeichen der Multiplen Sklerose fasst man unter dem Begriff Symptome zusammen. Einige davon kannst du selbst wahrnehmen, andere dein Arzt. Sie geben erste Hinweise auf die MS.

Zunächst wird dein Neurologe / Neuropädiater deshalb einige Untersuchungen machen, die vielleicht neu für dich sind.

Kurz und verständlich haben wir dir die wichtigsten Facts zu MS-Symptomen und zur MS-Diagnose zusammengestellt:

Facts
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Welche Symptome treten bei Jugendlichen auf?

Bei Jugendlichen stehen zunächst MS-Schübe im Vordergrund, die sich vorwiegend durch ein Symptom zeigen. 

Diese Symptome treten sehr häufig auf:

  • Sehstörungen, wie z. B. verschwommenes oder doppeltes Sehen und Augenzittern1

  • Empfindungsstörungen, wie Taubheitsgefühle und Kribbeln, als ob Ameisen über die Haut laufen.1 Dies kann bei jeder Berührung für unangenehme Gefühle sorgen und schmerzhaft sein.

  • Gleichgewichtsstörungen wie Stolpern, Schwindel verbunden mit Übelkeit oder unsicheren Bewegungen, z. B. beim Gehen2

  • Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit (Fatigue)2

    Mehr über Symptome bei MS und wie sie sich zeigen, erfährst du hier.

    Welche Symptome treten bei Kindern auf?

    Bei Kindern zeigt sich der erste Schub oft in mehreren Bereichen.

    Diese Symptome treten sehr häufig auf1:

    • Koordinations- und Bewegungsstörungen: wie ein unsicherer Gang, die Schrift wird unleserlich oder die Hand kann nicht mehr sicher geführt werden

    • Blasen- oder Darmprobleme: wie häufiges Toilettengehen, vielleicht während des Unterrichts, oder Verstopfung

    • Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen: wie das Zuhören im Unterricht fällt schwer

      Welche Untersuchungen werden zur Diagnose gemacht?

      Anamnese und körperliche Untersuchung: Zuerst wird der Arzt dich gründlich nach deiner Krankheitsgeschichte befragen, welche Symptome du hattest, aber auch, ob es in deiner Familie bereits ähnliche Fälle gab. Da es sich bei MS um eine chronische Entzündung handelt, versucht er herauszufinden, ob es schon früher Anzeichen für einen Schub gab.

      Blutuntersuchung: Durch die Blutuntersuchung werden einige andere Erkrankungen, die auch für einige Symptome verantwortlich sein können, ausgeschlossen.

      Magnetresonanztomographie (MRT): Mittels der MRT können Entzündungen im Gehirn und Rückenmark in einem Bild sichtbar gemacht werden. Mehr über die MRT-Untersuchung erfährst du hier.

      Sehtest: Der Augenarzt untersucht u.a. die Netzhaut, die Sehschärfe, das Gesichtsfeld oder das Farbsehen.

      Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Abdomensonographie): Die Ultraschalluntersuchung einschließlich Restharnbestimmung dient u.a. zum Nachweis einer Blasenentleerungsstörung bei entsprechenden Symptomen oder passendem Entzündungsort.

      Evozierte Potenziale: Evozierte Potenziale geben an, ob die Reizweiterleitung, z. B. vom Auge zum Gehirn, vom Ohr zum Gehirn oder von der Hand zum Gehirn, gestört oder verlangsamt ist.

      Liquoruntersuchung: Die Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) ist nicht mehr unbedingt Bestandteil der Diagnose. Da bei über 90 % aller Kinder und Jugendlichen sogenannte oligoklonale Banden im Liquornachweisbar sind, dient sie zur Unterstützung der MS-Diagnose.3

      Mehr über die einzelnen Untersuchungen erfährst du hier.

      Diagnose MS – Wie geht es weiter?

      Die Diagnose MS ist sicherlich für dich erst einmal ein Schock gewesen. Du hast Angst und weißt nicht, wie es nun für dich weiter geht. Die gute Nachricht ist: Viele Menschen mit Multipler Sklerose können dank der stetigen MS-Forschung ein weitgehend normales Leben führen, einen Beruf ausüben, Studieren, Sport machen, Reisen und Freundschaften pflegen.

      Dazu ist wichtig, dass du frühzeitig eine wirksame Therapie findest, die in dein Leben passt. Mehr über die Behandlung der MS erfährst du hier.

      Quelle(n):

      [1] Huppke, B., et al., Clinical presentation of pediatric multiple sclerosis before puberty. European journal of neurology : the official journal of the European Federation of Neurological Societies, 2014. 21(3): p. 441-6.
      [2] S1-Leitlinie: Pädiatrische Multiple Sklerose, von Dr. Astrid Blaschek, Professor Dr. Wolfgang Müller-Felber, Universitätsprofessor Dr. Florian Heinen und Professor Dr. Peter Huppke, Bayerisches Ärzteblatt 5/2017, Seite 200 ff.
      [3] Pohl, D., et al., CSF characteristics in early-onset multiple sclerosis. Neurology, 2004. 63(10): p. 1966-7.