Erstsymptome der Multiplen Sklerose (MS)

Da MS nahezu alle Bereiche des Zentralnervensystems (ZNS) betreffen kann, gibt es keine typischen Erstsymptome. Vielmehr ist das Krankheitsbild bereits zu Beginn der MS vielgestaltig.1

Erstsymptome der MS

Typische MS-Symptome zu Beginn der Erkrankung

Erstbeschwerden treten bei Multipler Sklerose meistens völlig unerwartet und ohne Ankündigung auf. Zu Beginn der MS zeigen sich unterschiedliche neurologische Symptome. Sie können als einzelnes Symptom (KIS: Klinisch isoliertes Syndrom), aber auch in unterschiedlicher Kombination, Ausprägung und zeitlicher Abfolge auftreten. Daher zeigt die MS bereits zu Beginn der MS-Erkrankung ihre tausend Gesichter.

Abbildung: Art und Häufigkeit der Erstbeschwerden bei MS.2

Erste Anzeichen für Multiple Sklerose

Erste Zeichen der MS-Erkrankung sind oft Gefühlsstörungen: Bestimmte Bereiche des Arms, Beins oder des Rumpfs sind wie taub oder man spürt ein ungewohntes Kribbeln. Oft macht sich die MS auch zunächst durch eine abnorme Müdigkeit oder Ermüdung bemerkbar. Sie lässt sich meist schwer eindeutig einer Erkrankung zuordnen. Erste Hinweise auf MS kann zudem eine Sehnerventzündung geben: Man sieht plötzlich getrübt, wie durch einen dichten Nebel oder ein Sehausfall im Blickfeld eines Auges macht sich bemerkbar. Manchmal treten auch Doppelbilder auf. Weitere mögliche Anzeichen der MS-Erkrankung sind zudem Unsicherheiten beim Gehen und Stehen, Blasen- oder Darmentleerungsstörungen, Kraftlosigkeit in den Armen oder Beinen, Trigeminusneuralgien (Gesichtsschmerz), Sprechstörungen, Schmerzen oder Lähmungen einer Körperseite. Mehr Details zu den häufigen Symptomen der MS erfahren Sie hier.

Nach einem MS-Schub bilden sich die MS-Symptome meist zurück

Nach dem ersten Schub bilden sich die Symptome bei den meisten Patienten innerhalb von 6 bis 8 Wochen zurück. Wenn neu aufgetretene Beschwerden über 6 Monate bestehen bleiben, sinkt die Rückbildungswahrscheinlichkeit auf unter 5 %.3

Was genau ein MS-Schub ist, dass erfahren Sie hier.

MS-Diagnose nach dem ersten MS-Schub absichern

Die neurologischen Symptome können, müssen allerdings nicht, Ausdruck einer Multiplen Sklerose sein. Bevor die MS-Diagnose eindeutig gestellt werden kann, müssen daher zunächst zahlreiche andere Erkrankungen, die als Ursache für die genannten Symptome in Frage kommen, ausgeschlossen werden (Ausschlussdiagnose).

Die Absicherung der Diagnose erfolgt mittels Anamnese, körperlicher Untersuchung, Liquoruntersuchung, Magnetresonanztherapie (MRT) und evozierter Potentiale. Mehr Informationen zur Diagnose der MS finden Sie hier.

Quelle(n):

[1] Wiendl H., Kieseier B.C.: Multiple Sklerose - Klinik, Diagnostik und Therapie. Kohlhammer 2010.
[2] Besser R., Krämer G.: Multiple Sklerose: Antworten auf die 111 wichtigsten Fragen. Trias. 2006.
[3] DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.