Was ist Multiple Sklerose (MS)?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Auto­immun­erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Da die MS-Erkrankung individuell unterschiedlich verläuft und die MS-Symptome vielschichtig sind, wird Multiple Sklerose auch die Erkrankung mit den tausend Gesichtern genannt.

Was ist MS?

MS – wenn das zentrale Nervensystem (ZNS) geschädigt wird

Das ZNS bezeichnet die Nervenstrukturen im Gehirn und Rückenmark. Alle Körperfunktionen von Sinnenorganen, Bewegung und Fortpflanzung bis hin zur Blasenfunktion werden darüber gesteuert. Das Gehirn ermöglicht auch Empfinden, Denken und Lernen. Damit hilft es bei unseren Entscheidungen und Handlungen.
Wird das ZNS durch die MS geschädigt, wird die Kommunikation zwischen dem Gehirn und den Organen gestört. Da MS alle Teile des ZNS betreffen kann, sind die Symptome der MS vielschichtig. Multiple Sklerose wird daher auch die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern genannt. Mehr über mögliche MS-Symptome erfahren Sie hier.

Häufigkeit der MS

Laut einer Studie für das Bundesversicherungsamt leben in Deutschland mehr als 200.000 Menschen mit MS. 70 % davon sind Frauen.

Die ersten MS-Symptome zeigen sich meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Frauen sind von der schubförmigen MS etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Die primär-progrediente Form hingegen betrifft Männer und Frauen gleich häufig – hier liegt das Erkrankungsalter zwischen 40 und 60 Jahren. Multiple Sklerose kann bereits im Jugendalter auftreten. Bei Kindern ist eine MS-Erkrankung selten.

Ursachen der MS

Die Ursachen der MS sind bis heute noch nicht genau geklärt. Vieles deutet darauf hin, dass genetische Faktoren sowie verschiedene Umwelteinflüsse bei der Entstehung eine Rolle spielen. Zwar ist MS selbst nicht erblich, aber vermutlich eine gewisse Veranlagung dafür. Es müssen jedoch weitere Faktoren hinzukommen, damit MS ausgelöst wird. Als Auslöser werden verschiedene Krankheitserreger diskutiert, insbesondere Viren und Bakterien (z. B. das Epstein-Barr-Virus aus der Gruppe der Herpesviren). Da tendenziell in den sonnigen äquatornahen Regionen weniger Menschen an MS erkranken, ist zunehmend auch die Bedeutung von Vitamin D in den Fokus der Forschung gerückt. Mehr Informationen zu Vitamin D finden Sie hier.

Was genau bei MS in unserem ZNS passiert, dass erfahren Sie hier.

Quelle(n):

[1] Petersen G. et al.: Epidemiologie der Multiplen Sklerose in Deutschland, Bundesversicherungsamt, Bonn, erschienen im Nervenarzt, Ausgabe 85, Jahr 2014.
[2] DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.