Seh- und Augenbewegungsstörungen bei MS
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Wer unter Seh- und Augenbewegungsstörungen leidet, der kennt vielleicht MS-Symptome wie verschwommenes oder verschlechtertes Sehen, eine Störung des Farbensehens, Doppelbilder oder Schwindel. Nicht alle Symptome treten zwangsläufig auf. Einige MS-Patienten haben vielleicht nur einmalig Sehstörungen andere bei fast jedem MS-Schub.

Beschwerden bei MS: Seh– und Augenbewegungsstörungen

  • Verschwommenes Sehen

  • Verschlechterung der Sehschärfe bis zur vorübergehenden Blindheit

  • Störung des Farbensehens

  • Gesichtsfeldausfälle

  • Doppelbilder

  • Schwindel

  • Schmerzen im Bereich der Augenhöhle

  • Augenzittern (Nystagmus)

 

Sehstörungen – ein häufiges Frühsymptom der MS

Sehstörungen gehören zu den häufigsten Frühsymptomen der MS und werden durch eine Entzündung des Sehnervs (= Optikusneuritis) hervorgerufen. Die Patienten sehen zum Beispiel verschwommen und können Schmerzen im Augapfel haben, wenn sie in eine bestimmte Richtung blicken. Das Bild erscheint unscharf und kontrastarm, als ob man durch eine Milchglasscheibe blickt. Auch das Farbensehen kann beeinträchtigt sein.
Mehr über häufige Erstsymptome der MS finden Sie hier.

Augenbewegungsstörungen bei MS

Augenbewegungsstörungen kommen durch Entzündungsherde im Bereich der Augenmuskelkerne im Hirnstamm zustande. Dadurch ist die Steuerung der Augen gestört. Der Patient sieht alles doppelt. Ein weiteres Symptom ist das Augenzittern (Nystagmus). Es ist gekennzeichnet durch rasch aufeinanderfolgende horizontale, vertikale oder kreisende Augapfelbewegungen und kann als vorübergehendes Symptom nach einer Lumbalpunktion auftreten.3

Was kann ich im Umgang mit Seh- und Augenbewegungsstörungen bei MS tun? 1-3

Eine Entzündung des Sehnervs wird in der Regel mit Kortisonbehandelt, das als Infusion verabreicht wird. Bei Augen­bewegungsstörungen können Medikamente sowohl im MS-Schub als auch bei anhaltenden Beschwerden helfen. In einigen Fällen können ein zeitweiliges Abdecken des Auges oder Prismenbrillen helfen. Lassen Sie sich in jedem Fall von einem Neurologen und/oder Augenarzt untersuchen.

Tipps im Umgang mit Seh- und Augenbewegungsstörungen:

  • Veränderungen in der Sehqualität oder Schmerzen im Auge vom behandelnden Arzt oder Augenarzt abklären lassen

  • Bei Sehstörungen Hilfsmittel nutzen (z. B. Prismenbrillen oder die kurzweilige Abdeckung eines Auges unter fachmännischer Anleitung)

Im Bereich Therapie erhalten Sie weitere Informationen zur symptomatischen Behandlung der MS.

Quelle(n):

[1] DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
[2] Bethke F, Schipper S: Multiple Sklerose ganzheitlich behandeln. Deutscher Medizin Verlag 2010.
[3] Henze T: Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt 2013.