Sexuelle Störungen bei MS
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Viele Menschen leiden unter sexuellen Störungen – auch ohne MS. Bei MS-Kranken kommen Störungen der Sexualität krankheitsbedingt öfter vor, wobei Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen. Sexuelle Störungen können in einer Beziehung sehr belastend sein, vor allem dann, wenn sich ein Partner stetig die Schuld gibt oder sich unwohl in seiner Haut fühlt.

Beschwerden bei MS: Sexuelle Störungen

  • Libidoverlust (Verlust des sexuellen Verlangens)

  • Orgasmusunfähigkeit

  • Erektionsstörungen

  • Trockenheit der Scheide

  • Verminderte Empfindung im Bereich von Klitoris und Scheide

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

 

Mögliche Ursachen von sexuellen Störungen

Sexuelle Störungen können als direkte Folge einer Nervenschädigung bei MS auftreten. Bei Frauen sind dann meist das sexuelle Verlangen (Libido) und die Orgasmusfähigkeit eingeschränkt. Vielleicht haben Sie auch aufgrund von Scheidentrockenheit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Bei Männern ist neben dem Libidoverlust die Fähigkeit zur Erektion und Ejakulation beeinträchtigt.

Auch indirekt kann MS das Sexualleben beeinflussen. Dazu gehören einige MS-Symptome wie Schmerzen, Blasenfunktionsstörungen oder Spastik sowie einige Medikamente, die verabreicht werden. Neben dem Körper ist auch die Seele beteiligt: Als psychische Reaktion auf die Diagnose schmälern vielleicht Versagensängste oder Zweifel an der eigenen Attraktivität die Lust am Sex.3

Was tun bei sexuellen Störungen?1-3

Schwierigkeiten auf sexuellem Gebiet können Konflikte oder auch eine zunehmende Entfremdung der Partner auslösen. Neben der Behandlung der Ursachen und Symptome bedürfen Sexualstörungen mit Partnerkonflikten häufig einer speziellen psychotherapeutischen Behandlung.

Die Beziehung zu pflegen, über Ängste und Sorgen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu suchen, sind daher Schlüssel für ein glückliches Sexualleben. Es gibt verschiedene Hilfsmittel oder Gleitcremes, die helfen können, vielleicht einen alternativen Weg zu finden, mit dem beide Partner zufrieden sind. Eine erektile Dysfunktion lässt sich heute meist medikamentös erfolgreich bessern.

Tipps im Umgang mit Problemen beim Liebesleben:

  • Sich in der Beziehung viel Zeit für Zärtlichkeit nehmen

  • Sich über Hilfsmittel und Medikamente informieren, die bei vorliegenden Symptomen helfen können (z. B. Befeuchtungsgel oder Medikamente bei erektiler Dysfunktion)

  • Offen mit dem Partner über seine Ängste und Sorgen reden, ggfs. in Gesprächs- und Paartherapien 

 

In unserem Bereich Leben finden Sie weitere Informationen zum Thema Partnerschaft und Sexualität

Im Bereich Therapie erhalten Sie weitere Informationen zur symptomatischen Behandlung der MS.

Quelle(n):

[1] DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
[2] Bethke F, Schipper S: Multiple Sklerose ganzheitlich behandeln. Deutscher Medizin Verlag 2010.
[3] Henze T: Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt 2013.