Lehren aus meinem letzten Schub

Lehren aus meinem letzten Schub

Es gibt da diese sehr kultivierte Legende, ein Mythos der Sorte, an den die Gesellschaft zu glauben scheint – dass wir alles leisten könnten.

Ob man nun MS hat oder nicht, ich habe gelernt, dass dies zwar ein edler Ansatz ist, an das Leben heranzugehen, aber er macht uns auch anfällig für Versagen und sogar Krankheit. Am 13. Januar feierte meine MS ihren vierten Jahrestag. Wenn ich seitdem etwas gelernt habe, dann, dass ich entscheiden muss, wie ich meine Energie vernünftig einteile. Ich kann nicht alles schaffen.
Ich muss mich zurücknehmen. Mein Körper und meine MS fordern das. Obwohl mein Verstand das weiß, muss ich zugeben, dass ich immer noch darum kämpfe, es zu akzeptieren. Als berufstätige Mutter ist das in so vielen Bereichen extrem schwer.

Ich habe vor eineinhalb Wochen auf dem harten Weg gelernt, dass ich mir die Zeit nehmen muss, meiner MS gerecht zu werden. Tue ich das nicht, klopft die MS an meine Tür, zwingt mich dazu, mich zu setzen, und findet sehr deutliche Worte für mich. Mit anderen Worten – SCHUB! Vor einigen Wochen war ich extrem produktiv. Mann, es fühlte sich toll an, alles zu schaffen! Aber ich schlief zu wenig, hatte viel Stress, und ehe ich mich versah, gab mein Bein nach und ich konnte nicht mehr laufen. Die Müdigkeit war niederschmetternd und ich war ein emotionales Wrack; es war beängstigend.

Ich habe seither viel Zeit gehabt, darüber nachzudenken, was ich falsch gemacht habe. Manchmal gibt es nichts, was ich tun kann, um einen Schub daran zu hindern, mich wie eine Tonne Ziegelsteine zu treffen. Aber in diesem Fall gab es Anzeichen und Warnungen, die ich einfach nicht zur Kenntnis nahm. Ich habe ein paar Grundlagen erkannt, an die ich mich halten muss, und die mir wohl beim richtigen Umgang mit all diesen Dingen helfen.

Entsprechend planen

Wenn ich soziale Kontakte pflegen will, ist es besser, Drinks mit Freunden, Arbeit und Ereignisse in der Familie sorgfältig zu planen und darauf zu achten, dass ich mich am Tag darauf erholen kann. Ich habe die besten Chancen, das Chaos eines viel beschäftigten Lebensstils zu überleben, wenn ich ohne Stress planen und vorbereiten kann.

Mentale Ausgeglichenheit anstreben

Üblicherweise wache ich morgens gegen 4 Uhr auf, bevor das alltägliche Chaos mit der Sonne aufgeht. Ich schleiche mich in mein Büro zuhause und lese. Dabei beginne ich mit einer Andacht und gehe dann über zu dem, was auch immer ich gerade zum Spaß lese. Den Tag damit zu beginnen, die Verbindung meines Herzens und meiner Seele zu meinen höheren Mächten zu spüren, befreit mich. Das schneidet den Stressgurt für mich durch; es erinnert mich daran, dass keines dieser Dinge so wichtig ist wie ich denke. Jemand ärgert sich über mich. Es tut mir Leid. Das konnte ich gestern nicht mehr schaffen. Ich werde mich heute darum kümmern oder um Hilfe bitten.

Alles, was mich überwältigt und zu meinen Entzündungen beiträgt, ist verschwindend gering, gemessen am Universum. Perspektive IST unsere Realität. In den paar Wochen, die zu meinem Schub führten, wachte ich um 4 Uhr auf und ging direkt an die Arbeit. Ich ließ meine geistigen/spirituellen Auszeiten ausfallen.

Schlaf ist nicht verhandelbar.

Gelegentlich muss ich die Latte bei Haushalt, Arbeit und Kindern niedriger legen und mir eingestehen, dass mein Schlaf wichtiger ist. An manchen Tagen ist das hart für mich, aber wenn ich Schlaf ausfallen lasse, lässt mein Körper es mich wissen!

Körperliche Auszeiten. Ein weiterer fester Bestandteil meiner täglichen Routine ist es, mich hinzulegen. Dabei spielt es keine Rolle, wenn ich auf dem Rücken liege und an die Decke starre, während mein kleiner Junge neben mir spielt; das hilft. Mein Körper braucht eine Pause. Studien zeigen, dass 20 Minuten Schlaf am Nachmittag mehr Ruhe verschaffen als 20 Minuten mehr Schlaf am Morgen. Der Körper scheint dafür ausgelegt zu sein, denn die meisten Menschen werden von Natur aus am Nachmittag eher müde.

Ich akzeptiere jetzt, dass TÄGLICHE geistige Pausen und eine körperliche Auszeit für mich der beste Weg sind, proaktiv an mein Leben mit MS heranzugehen. Ja, es kann Zeit kosten und dazu führen, dass ich etwas weniger produktiv bin. Aber wenn ein Schub auftritt, ist alle gewonnene Zeit dahin. Dies wurde überdeutlich in den eineinhalb Wochen von Arbeit und LEBEN, die ich versäumte, während ich im Bett lag und mich erholte.

Welche Schritte unternehmen Sie, um sich selbst bei Kräften zu halten? Denken Sie, dass wir wirklich die Kontrolle über einige der Faktoren haben, die zu einem Schub führen können?

Autor: Jamie Tripp Utitus