Entspannt durchs Leben?

Entspannt durchs Leben?

Ganz ehrlich, manchmal bin ich echt verspannt und unausgeglichen. Das ist das Leben. Es ist nicht immer leicht. Manchmal ist es Stress pur. Da jagt ein Termin den nächsten, man soll noch schnell etwas erledigen und vieles mehr. Mir ist klar, dass das nicht gut für mich ist. Ich spüre es auch. Meine MS zeigt mir deutlich, dass Entspannung angesagt wäre. Leichter gesagt als getan. Obwohl die Ansage klar ist: Du musst entspannter werden.

Als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal in so einer Situation war, hatte ich echte Probleme und kämpfte darum, wieder ruhiger zu werden. Mir war klar, ich tue mir selbst nicht gut.

Ich begann darüber nachzudenken, was ich für mich tun kann. Mein Ziel war es gut zu leben, einen Job machen zu können, der mir Spaß macht, und in Stresssituationen entspannt zu bleiben. Ich sprach mit Ärzten, meiner Therapeutin, mit Menschen in ähnlichen Situationen darüber und lernte nach und nach, entspannter zu bleiben. In Sachen Geduld übe ich allerdings immer noch.

Im Prinzip ist es egal, ob man Patient ist oder nicht. Stress im Übermaß, egal ob positiv oder negativ, ist ungesund. Heute versuche ich, entspannt zu bleiben. Es gelingt mir auch meistens. Ab und an verfalle ich allerdings wieder in den „Stressmodus“, bin schlecht gelaunt und merke deutlich, dass ich MS habe. In solchen Fällen greife ich zurück auf meine Tipps, die ich auf einer Liste gesammelt habe und suche mir eine Strategie, die mich aus dem Stresstief herausholt.

Einige meiner besten Tipps habe ich zusammengestellt:

  • Ein offenes Wort hilft. Es ist nicht immer einfach zu sagen, dass man MS hat, aber es hilft oft anderen zu verstehen, wenn man eine Pause mehr braucht.
  • Lerne „Nein" zu sagen. Oft genug denken wir, alles erledigen zu müssen, was andere von uns möchten. Aber: wir dürfen etwas ablehnen, wenn es uns nicht gut tut.
  • Kurse in Sachen Entspannungstechniken können helfen, ruhiger zu werden.
  • Sei aktiv, angestaute Energien lassen einen oft nicht zur Ruhe kommen. Eine Runde Sport, ein Spaziergang können helfen, den Stau zu lösen und das Gehirn zu lüften.
  • Plane genügend Pausen ein!
  • Wenn du mit einem Thema überfordert bist, hilft es, es für einen Moment zur Seite zu legen und eine Nacht darüber zu schlafen.
  • Lerne, bestimmte Dinge nicht zu ernst zu nehmen, weil nicht alles wichtig ist und Aufmerksamkeit verdient. Nimm sie wahr, aber lass sie auch schnell wieder los.
  • Achte auf deinen Biorhythmus und gönne dir ausreichend Schlaf!
  • Unterwegs entspannt bleiben? Plant genügend Zeit zum Reisen ein. Meditationsapps auf dem Smartphone helfen, Ruhe zu finden. Informiert euch über das Angebot in Sachen Wellness in euren Hotels und meldet ruhig bei der Buchung schon den Bedarf für ein ruhiges Zimmer an.
  • Last but not least: Ein Gespräch unter Freunden hilft immer. Egal ob man miteinander lacht, weint oder ernsthaft Dinge klärt.

Wer mit MS durchs Leben geht, muss einen eigenen, guten Weg finden, mit Stress umzugehen. Aber wer sich auf sich einlässt und sich Unterstützung und Tipps holt, kann eine eigene Ge­las­sen­heits­stra­te­gie entwickeln. Was macht Ihr, um gelassen zu bleiben?

Autor: Birgit Bauer