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Viele an MS Erkrankte bemerken irgendwann im Laufe ihrer Erkrankung, dass die Blase oder der Darmnicht mehr richtig funktioniert. Die Auswirkungen lassen sich jedoch behandeln und auch Sie selbst können einiges tun.

Typisch für Darm- und Blasenstörungen bei MS:

  • häufiger Harndrang, Inkontinenz oder Blasenentleerungsstörung

  • Verstopfung, Inkontinenz

Normalerweise verspürt ein Mensch erst ab einer Füllmenge von 200 ml den Drang, die Blase zu entleeren. Sind jedoch die entsprechenden Nerven beeinträchtigt, kann bereits durch eine geringe Menge Urin ein sehr starker Harndrang ausgelöst werden. Betroffene müssen dann häufiger nachts zur Toilette, scheiden jedoch immer nur kleine Mengen Urin aus. Ist der Blasenschließmuskel betroffen, entleert sich die Blase unwillkürlich. Man spricht dann von Inkontinenz. Durch die Blasenentleerungsstörung bei einer MS bleibt unter Umständen Restharn zurück. Das kann zu chronischen Harnwegsinfektionen führen.

Auch wenn es bei einer MS zu Darmstörungen kommt. hängt das häufig mit der Entleerung zusammen. Am häufigsten leiden Menschen mit MS unter Verstopfung. Allerdings können sich Verstopfung und eine plötzliche Entleerung des Darms auch abwechseln. Hervorgerufen wird die Verstopfung durch eine gestörte Steuerung der Darmmuskulatur, manchmal aber auch durch Bewegungsmangel.

MS und ich: WC-Schild für eine Damen- und Herren-Toilette
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Was Sie gegen Darm- und Blasenstörungen bei MS tun können 1-3

MS & ich: Icon für wichtige Information

Diese Art der Störungen ist für die meisten Betroffenen sehr belastend. Zu den körperlichen Leiden gesellt sich häufig noch eine seelische Komponente, da die Darm- und Blasenstörungen bei einer MS häufig als Tabu gelten und das Sprechen darüber als peinlich empfunden wird. Sollten Sie im Verlauf der MS von Blasenproblemen oder Darmfunktionsstörungen betroffen sein, können Sie von einer Behandlung der Symptome stark profitieren und Ihre Lebensqualität erheblich verbessern.

Trinken Sie ausreichend!

Viele Menschen versuchen ihrem Problem damit zu begegnen, dass sie nur noch sehr wenig trinken. Genau das Gegenteil wäre jedoch richtig! Denn wenn Sie zu wenig trinken, können sich Blasen- und Nierensteine entwickeln. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt über die Trinkmenge und Verteilung über den Tag beraten.

Training für das Becken

Wenn Sie unter Darm- und Blasenstörungen bei MS leiden: Unterstützend wirken Beckenbodentraining und Biofeedback-Verfahren.

Selbstkatheterisierung

Zur Behandlung von Inkontinenz und zur Vermeidung von Harnwegsinfekten ist die regelmäßige oder dauerhafte Harnableitung über einen Katheter eine wirksame Methode. Sich selbst einen Blasenkatheter zu setzen ist sicherlich nicht einfach oder angenehm. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er wird Ihnen eine erfahrene Kraft zur Seite stellen, die Ihnen alles zeigt, damit Sie sicher im Umgang mit dem Katheter werden.

Gesunde Ernährung

Wenn Sie unter Verstopfung leiden, hilft es, wenn Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen und sich ballaststoffreich ernähren, beispielsweise mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse.

Medikamente und Hilfsmittel

In schweren Fällen von Verstopfung helfen Abführmittel oder ein Einlauf („Klistier"). Bei Darminkontinenz können Analtampons genutzt werden. Medikamente können bei Harnwegsinfekten, Blasenentleerungsstörungen oder auch Verstopfung helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Mehr über eine gesunde Ernährung bei Multiple Sklerose erfahren Sie hier.

Im Laufe der Erkrankung können sich Ihre Symptome verändern. Sowohl in ihrer Ausprägung als auch in der Häufigkeit. Achten Sie auf Veränderungen und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie dies bemerken. Zu einer langsam fortschreitenden Krankheitsverschlechterung kann es beispielsweise kommen, wenn eine schubförmige MS (RRMS) in eine sekundär progrediente MS (SPMS) übergeht. Vielleicht hilft Ihnen unser „Symptom-Check MS“ dabei, Veränderungen im Auge zu behalten.

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Quelle(n):

1 DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
Bethke F, Schipper S: Multiple Sklerose ganzheitlich behandeln. Deutscher Medizin Verlag 2010.
3 Henze T: Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt 2013.