Schule, Studium und Ausbildung mit MS

Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Dies gilt übrigens auch für Menschen ohne MS.

Wegen MS muss man nicht gleich seine Träume und Wünsche über den Haufen werfen. Du kannst weiter mit deinen Freunden etwas unternehmen, Sport treiben, zur Schule gehen, eine Ausbildung machen oder studieren. Höre dabei auf deinen Körper. Er wird dir schnell sagen, ob etwas in Ordnung ist oder ob du dir gerade zu viel zumutest.

Wenn durch die MS deine Lebensqualität beeinträchtigt wird, hat dir der Gesetzgeber Rechte eingeräumt. Dazu gehören die Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben bzw. Arbeitsleben. Sogenannte Nachteilsausgleiche sorgen für Chancengleichheit in Schule, Studium und Beruf.

Vielleicht besuchst du noch die Schule oder du hast dich gerade für eine Ausbildung oder ein Studium entschieden? Dann solltest du passende Ansprechpartner für alle Fragen haben. Informiere dich gut über deine Rechte, aber auch Pflichten.

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Wie viel sollte ich von mir und der MS erzählen?

Grundsätzlich gilt: Erzähle nur so viel, wie du von dir preisgeben möchtest oder auch, was nötig ist. Du alleine bestimmst den Inhalt und die Tiefe des Gesprächs. Nicht jeder muss alles wissen.

Allerdings solltest du dir auch darüber im Klaren sein: Jemand, der über die Krankheit informiert ist, versteht oft besser, wieso du manchmal etwas nicht machen kannst oder häufiger im Unterricht fehlst. Gerade, wenn die Symptome nicht so offensichtlich sind, wie bei Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. Mitschüler und Lehrer werden mehr Verständnis zeigen und vielleicht sogar von sich aus Unterstützung anbieten. Ein offener Umgang mit der Erkrankung kann dir dabei helfen, gut mit MS zu leben.

Im Gespräch kannst du auch selbst Hilfen einfordern oder über sonstige Möglichkeiten zur Entlastung sprechen. Das können zusätzliche Pausen oder Hilfsmittel sein, die dir die Arbeit erleichtern.

Weiterführende Informationen findest du hier.

Mitschüler

Kinder und Jugendliche sind meist ehrlicher und direkter als Erwachsene. Es kann also passieren, dass du mit provozierenden Fragen und Äußerungen konfrontiert wirst – meist aufgrund von Unwissenheit und Unsicherheit bei deinen Mitschülern. Oft haben sie keine Ahnung, was sich hinter der Krankheit MS verbirgt.

  • Hast du das Selbstbewusstsein, mit deinen Mitschülern offen über deine Erkrankung zu sprechen, wird der Umgang mit der MS für alle selbstverständlicher.

  • Schulkameraden, die mit der Krankheit vertraut sind, werden verstehen, dass du manchmal wegen Schüben im Unterricht fehlst.

  • Während der Krankheitsphasen können dir Schulkameraden die Hausaufgaben bringen und von der Schule erzählen.

Lehrer

  • Gut ist es, wenn auch deine Eltern die Schule informieren und Unterstützung einfordern. Sie können sich auch um ärztliche Bescheinigungen bei Fehlzeiten kümmern, damit dies bei der Notengebung berücksichtigt wird.

  • Gemeinsam mit dem Klassenlehrer kannst du überlegen, wie der Lernstoff anderweitig nachgeholt werden kann.

  • Mit dem Vertrauenslehrer kannst du über Probleme mit Mitschülern und Lehrern reden, auch über Nachteilsausgleiche in der Schule.

Was sollte ich bei der Berufswahl beachten?

Auf Dauer mit MS gut leben klappt besser, wenn Du einen Beruf findest, mit dem Du zufrieden bist. Viele Menschen sind lange beruflich aktiv und können die täglichen Anforderungen bewältigen.

Um die Chance zu erhöhen, einen weiterführenden Ausbildungs- oder Studienplatz zu erhalten, benötigst du zunächst einen möglichst guten Schulabschluss.

Stelle bei der Berufswahl zunächst immer deine eigenen Wünsche und Interessen in den Vordergrund, nicht die Krankheit. Das erleichtert dir einerseits die Entscheidung, welcher Berufsweg der richtige ist, andererseits macht es dich zufriedener.

Ob Ausbildung oder Studium, das hängt letztlich von deinen persönlichen Fähigkeiten und Interessen ab. Einige Berufe stellen allerdings besondere körperliche Anforderungen an den Arbeitnehmer.

Auch gibt es einige Symptome, die dich vielleicht bei deiner Berufswahl einschränken könnten. Überlege daher gut, welche Anforderungen der gewünschte Beruf mit sich bringen soll.

Welche Rechte habe ich?

Bei körperlichen Einschränkungen oder einer chronischen Erkrankung wie der MS sichert das Sozialgesetzbuch (SGB IX § 33) die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Für die Gewährung von Nachteilsausgleichen stellt Artikel 3 Absatz 1 im Grundgesetz die Grundlage dar. Er sichert die Chancengleichheit bei berufsbezogenen Prüfungen.

Der Nachteilsausgleich soll dir ermöglichen, ein Studium bzw. eine Ausbildung mit Prüfungen möglichst chancengleich zu anderen zu durchlaufen und dir bei Prüfungen Hilfestellungen an die Hand geben, wenn nötig.

Die Hilfsmaßnahmen sind individuell und abhängig von der Beeinträchtigung. Sie können z. B. eine Vorleseassistenz, verlängerte Bearbeitungszeit, ein Laptop, eine Abänderung bei geforderten Praktika oder eine mündliche Prüfung statt einer schriftlichen umfassen. Wichtig ist, dass du derartige Anträge frühzeitig stellst.

Wie dies im Einzelnen durchgeführt wird bzw. welche Formulare ausgefüllt werden müssen, kannst du z. B. bei den Integrationsbeauftragten der Schule, der Universität oder des Ausbildungsbetriebes genau erfragen.

Mehr über die Unterstützungsmöglichkeiten für dich in Schule, Studium und Beruf mit MS findest du hier.

Mit MS gut leben – Sei mutig!

Es wird manchmal nicht so leicht für dich sein, mit deiner MS klarzukommen. Im Gegenzug wirst du aber auch viele schöne Erfahrungen machen und viele außergewöhnliche Momente erleben. Du wirst dich vielleicht sogar wundern, wie stark manch einer dir zur Seite steht und dich und deine Träume unterstützt.

Mit MS gut zu leben, das erfordert Mut. Sei mutig!

Wir wünschen dir auf deinem Weg unendlich viel Glück und Freude!