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Es gibt sie, die Dinge, die das Leben mit MS leichter machen. Kleine Alltaghelfer, die man sich – je nach Schwere der Erkrankung und den  damit verbundenen Einschränkungen – schrittweise, mit der Zeit zulegen kann. Kostentechnisch meistens reines Privatvergnügen, aber sie erleichtern das Leben enorm.

Und dann sind da noch die Hilfsmittel, die per definitionem so heißen und von den Krankenkassen zumindest bezuschusst, wenn nicht komplett übernommen werden. Dazu im Verlauf des Artikels mehr.

Unter Alltagshelfer verstehen wir rein praktische Artikel, wie einen Flaschen- und Glasöffner. Oder einen Tubenausdrücker. Auch spezielles Geschirr mit ergonomischen Griffen und einem Schutz vorm Verschütten kann ab einem bestimmten Stadium empfehlenswert sein. Wer gerne Karten spielt oder Zeitung liest: In beiden Fällen gibt es spezielle Halterungen, die die Sache enorm erleichtern.

Definition Hilfsmittel

Medizinische Hilfsmittel sind nach der Definition des Sozialgesetzbuches (SGB) V „Gegenstände, die erforderlich sind, um den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit sie nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen sind.“

Willkommen in der Amtssprache. Das SGB V umfasst zwölf Kapitel mit mehr als 300 Paragraphen. Man kann sich da durchkämpfen, muss man aber nicht. Die für MS relevanten Inhalte haben wir hier für Sie zusammengetragen und etwas – sagen wir – weniger tragend formuliert.

Hilfsmittel sind wichtig bis unverzichtbar, um am Gesellschafts- und Arbeitsleben teilnehmen zu können. Sie assistieren bei Alltagsaktivitäten, bei der Kommunikation, Mobilität und Hygiene.

Es gibt kleinere Hilfsmittel – auf MS bezogen zum Beispiel Grei fhilfen und sogenannte Socken-Anzieher. Und große Hilfsmittel, darunter unter anderem Rollatoren und Rollstühle. Dazwischen liegt eine ganze Bandbreite nützlicher Gegenstände, die Ihre Eigenständigkeit unterstützen können. Die wichtigsten listen wir Ihnen weiter unten auf. Alle, die von den Kassen in der Regel bewilligt werden, sind in einem Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt. Wenn man mit diesen Hilfsmitteln nicht mehr zurechtkommt, meist im weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium, kann man auf Pflegehilfsmittel angewiesen sein.

Hilfsmittelverzeichnis: https://www.krankenkassenzentrale.de/wiki/hilfsmittelverzeichnis

Die nächste Stufe: Pflegehilfsmittel

Hier wurde bereits ein Pflegegrad festgestellt, die Pflege findet zu Hause statt und die Pflegekasse übernimmt. Es handelt sich beispielsweise um Mittel wie ein Pflegebett oder einen Patientenlifter, auch Artikel des täglichen Bedarfs wie Inkontinenz-Produkte und Einmalhandschuhe fallen unter die Pflegehilfsmittel. Generell sollen sie die häusliche Pflegesituation verbessern und erleichtern.

Gut zu wissen

Ein Treppenlift zählt, anders als man denken könnte, nicht zu H ilfs- oder Pflegehilfsmitteln. Man ordnet ihn in die „wohnumfeldverbessernden Maßnahmen“ ein – die Pflegekasse unterstützt die Anschaffung bei Anerkennung der Notwendigkeit mit einem Zuschuss.

Wie kommt man an Hilfsmittel?

Für Krankenversicherte verordnet die Ärztin/der Arzt die Hilfsmittel – mit dem jeweiligen Rezept geht man in ein Sanitätshaus oder sucht sich bei bestimmten Hilfsmitteln, die nicht vermessen werden müssen, einen Online-Versand.

Bei Pflegehilfsmitteln ist ein Rezept grundsätzlich nicht nötig, aber es empfiehlt sich, die Notwendigkeit durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt begründen zu lassen.

Wer zahlt’s?

Für gesetzlich Versicherte ergibt sich in der Regel bei genehmigten Hilfsmitteln eine Zuzahlung von 10 Prozent, maximal jedoch 10 Euro. Privatversicherte müssen sich zunächst mit den jeweiligen Tarifbestimmungen ihrer Kasse auseinandersetzen, wie die Kostenübernahme von Hilfsmitteln geregelt ist – meist lehnt sie sich an die Bestimmungen und das Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an.

Das Thema ist ziemlich komplex – nur so viel: Wenn Sie sich das erste Mal mit Hilfsmitteln auseinandersetzen, sind Sie gut beraten, sich beispielsweise in einer MS-Selbsthilfegruppe Tipps zu holen.

7 Schritte zum passenden Hilfsmittel

  • Bedarf erkennen
  • Marktübersicht verschaffen
  • Individuelle Eignung und medizinische Notwendigkeit feststellen (lassen)
  • Zuständigkeit/Kostenträger prüfen
  • Verordnung anfordern/Antrag stellen (ggf. mit Kostenvoranschlag)
  • Genehmigung/Ablehnung abwarten
  • Hilfsmittel kaufen/ggf. Widerspruch einlegen bei Ablehnung

Hilfsmittelverzeichnis – ein kleiner Überblick

Das systematisch strukturierte Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes umfasst viele unterschiedliche Produktgruppen, darin finden sich einige Tausend Hilfsmittel, die von Kranken- und Pflegekassen erstattet werden. Es ist gerade erst überarbeitet worden, etliche neue Hilfsmittel sind dazugekommen.

Die relevantesten bei MS haben wir uns einmal angesehen und ste llen Ihnen hier ein paar hilfreiche Funde vor:

Unter die sogenannten „Armunterstützungssysteme“ für zu Hause fallen beispielweise

  • Anziehhilfen
  • Ess-/Trinkhilfen
  • Rutschfeste Unterlagen
  • Greifhilfen
  • Halterungen und Hilfen fürs Bad (da gibt’s auch noch mal eine eigene Produktgruppe)
  • Schreib- und Lesehilfen

Bei „Gehhilfen“ unterscheidet man nach Einsatzort: drinnen oder draußen. Es sind gelistet

  • Gehstöcke
  • Mehrfußgehhilfen
  • Fahrbare Gehhilfen, darunter dreirädrige und vierrädrige

Um ein klareres Bild zu bekommen, sagen wir Ihnen jetzt mal, was man darunter verstehen kann: Rollatoren, Rollstühle, Handbikes, Elektromobile, Scooter. Das klingt alles deutlich attraktiver und man bekommt eine kleine Vorstellung, was an Unterstützung möglich ist.

Wer jetzt aber denkt, das sei alles, der sieht sich besser noch in der Gruppe „Orthesen“ um – da gibt es unter anderem Systeme, die den Fußheber, der MS-bedingt schwächeln kann, stimulieren. Wenn’s gut läuft, können Sie damit Ihre Gehhilfe in der Ecke stehen lassen und ohne weitere Hilfsmittel wieder gehen.

Kommen wir zu den „Mobilitätshilfen“, darunter fallen beispielsweise

  • Aufstehlifter,
  • Rampen und
  • Stehhilfen.

Unter den „Inkontinenzhilfen“ sind jede Menge Hygieneartikel gelistet, die erstattet werden. Mit der MS kann sich auch eine Blasen- und/oder Darmfunktionsstörung einstellen, dann wird dieses Angebot unter Umständen wichtig.

Als Nächstes sehen wir mal in die „Kommunikationshilfen“, eine interessante Kategorie. Hier findet man Beistand, um Funktionsdefizite in den Bereichen Sehen, Hören, Sprechen, Schreiben und Fühlen auszugleichen.

Dann „Sehhilfen“ – nachdem bei MS auch das Sehvermögen beeinträchtigt sein kann, haben wir diese Gruppe unter die Lupe genommen. Tatsächlich stehen unter anderem auch Lupen drin.

Es folgen Sitzhilfen, Sprechhilfen, Stehhilfen. Und so weiter.

Aber wissen Sie was? Nachdem jede MS anders verläuft, fragen Sie im nächsten Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer MS-Nurse doch konkret, was in Ihrem Fall infrage kommt. Denn ein Rezept brauchen Sie ohnehin.

Natürlich gibt es auch jede Menge tolle Hilfsmittel ohne Rezept, die von den Kassen nicht erstattet werden. Einen Überblick bekommen Sie in jedem Sanitätshaus.

Letzter Tipp für heute: Sie halten es wie unser Blogger und Trainer Ricky und werden Sie kreativ – hier sehen Sie seine „Allzweckhilfen“ in einem kleinen Video. Viel Spaß damit!

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