Typisch für Schmerzen:

  • Schmerzen im Schub: Nervenentzündung (z. B. bei einer Sehnerv-Entzündung Schmerzen beim Bewegen des Augapfels)

  • anfallsartige Schmerzen: Kopfschmerzen, Nervenschmerzen (Neuralgien)

  • chronische Schmerzen: durch Spastik, Fehlhaltungen, chronische Missempfindungen bei Nervenentzündung (Neuropathie)

Unterschiedliche Schmerzen bei MS

Je nach Ursache und Lokalisation werden folgende Arten von Schmerz unterschieden:

  • Schmerzen als direkte Folge der MS, z. B.: Nervenschmerzen (Neuralgien, Nervenentzündung im akuten Schub), Kopfschmerzen bei MS-Herden in bestimmten Hirnbereichen, schmerzhafte Muskelkrämpfe und Parästhesien (Missempfindungen)

  • Schmerzen als indirekte Folge von MS-Symptomen, z. B.: Schmerzen in Armen und Beinen (insbesondere Gelenk- oder Muskelschmerzen bei Fehlhaltungen), Spastik, Kontrakturen, Geschwüre, Unterbauchschmerzen bei Blasenfunktionsstörungen oder Verstopfung, aber auch durch ungeeignete und/oder unsachgemäßen Gebrauch von Hilfsmitteln

  • Schmerzen unter medikamentöser Therapie, z. B.: grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Schmerzen an der Injektionsstelle

  • MS-unabhängige Schmerzen, z. B.: Rückenschmerzen (kann auch ein indirekt durch MS bedingter Schmerz sein), primäre Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz), degenerative Knochenerkrankungen oder Polyneuropathie (Nervenschmerzen) aufgrund anderer Ursachen

An sich ist es schon unangenehm genug, Schmerzen zu haben. Manchmal lässt er sich dann noch nicht einmal eindeutig einer Kategorie zuordnen. Klar ist jedoch, dass nicht jeder Schmerz auf die MS-Erkrankung zurückzuführen ist.

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Was Sie bei MS gegen Schmerzen tun können 1-3

Es gibt verschiedene wirksame Medikamente und Therapien, die Sie bei MS gegen Schmerzen in Anspruch nehmen können.

Ihr behandelnder Neurologe wird zunächst Art und Ursache der Schmerzen klären und in Abhängigkeit Ihres Befundes gezielt behandeln.

Damit Sie die Übersicht über Verlauf, Häufigkeit, Intensität und Dauer Ihrer Schmerzen behalten, kann es für Sie hilfreich sein, wenn Sie ein Schmerztagebuch führen. Auch Ihr behandelnder Arzt kann davon bei der Erstellung Ihrer Diagnose und somit bei der Ermittlung der Auslösefaktoren Ihrer Schmerzen profitieren.

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Tipps zum Umgang mit Schmerzen bei MS:

  • Lassen Sie die Ursache von Schmerzen durch einen Arzt abklären.

  • Führen Sie über einen gewissen Zeitraum ein Schmerztagebuch.

  • Achten Sie auf eine angemessene Behandlung der Schmerzen: Je nach den Schmerzen können Medikamente, Physio- oder Ergotherapie (z. B. bei Gelenkfehlstellungen und muskulären Fehlbelastungen) helfen.

  • Achten Sie zudem auf eine gute Hilfsmittelversorgung.

  • Möglicherweise profitieren Sie von einer psychologischen Schmerztherapie.

  • Bei chronischen MS-bedingten Schmerzen helfen oft physikalische Maßnahmen: Massagen, Akupunktur, TENS (= Transkutane Elektrische Nervenstimulation mittels Reizstrom).

Im Laufe der Erkrankung können sich Ihre Symptome verändern. Sowohl in ihrer Ausprägung als auch in der Häufigkeit. Achten Sie auf Veränderungen und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie dies bemerken. Zu einer langsam fortschreitenden Krankheitsverschlechterung kann es beispielsweise kommen, wenn eine schubförmige MS (RRMS) in eine sekundär progrediente MS (SPMS) übergeht. Vielleicht hilft Ihnen unser „Symptom-Check MS“ dabei, Veränderungen im Auge zu behalten.

Quelle(n):

1 DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
2 Bethke F, Schipper S: Multiple Sklerose ganzheitlich behandeln. Deutscher Medizin Verlag 2010.
3 Henze T: Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt 2013.