Sprechstörungen bei MS

Multiple Sklerose kann verschiedene Arten von Sprechstörungen (Dysarthrie) auslösen. Sie treten meist als Mischform in unterschiedlich starker Ausprägung auf und reichen von einer kaum wahrnehmbaren Sprechstörung bis hin zur kompletten Unverständlichkeit beim Sprechen. Das Sprachvermögen an sich ist jedoch nicht betroffen.

Typisch für Sprechstörungen:

  • zu leise/laute Stimme oder zu hohe/tiefe Stimmlage

  • raue oder heisere Stimme

  • undeutliches, verwaschenes Sprechen

  • zu langsames/schnelles Sprechen

  • monotone Sprachmelodie

  • Atemstörungen (Kurzatmigkeit beim Sprechen)

Durch Multiple Sklerose verursachte Schluckbeschwerden

Schluckbeschwerden machen die Nahrungsaufnahme und das Trinken oft zur Herausforderung für viele Patienten. Verschluckt man sich, können Teile der Nahrung in Luftröhre und Bronchien gelangen und dort eine Infektion auslösen. Falsch wäre es, weniger zu essen oder zu trinken, um dem Problem aus dem Weg zu gehen. Denn: Mangelernährung, Gewichtsabnahme oder eine Unterversorgung mit Flüssigkeit können die Folge sein.

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Typisch für mit MS zusammenhängende Schluckstörungen:

  • Schwierigkeiten beim Essen und Trinken

  • häufiges Verschlucken, Hustenreiz, Speichelfluss

Was Sie bei durch MS verursachte Schluckbeschwerden und Sprachstörungen tun können 1-4

Ein Logopäde kann Ihnen kompetenten Rat und Hilfe geben, wenn bei Multiple Sklerose Schluckbeschwerden und Sprachstörungen auftreten. Er zeigt Ihnen die richtige Sitz- und Kopfhaltung für das Schlucken sowie geeignete Sprech- und Atemübungen, die Ihnen dabei helfen, die (Sprech-)Muskulatur zu stärken und besser zu kontrollieren. Eventuell empfiehlt er auch, Hilfsmittel wie Sprachverstärker oder Sprachcomputer zu nutzen.

Mithilfe einer konsequenten „Schlucktherapie" werden mit Multiple Sklerose zusammenhängende Schluckbeschwerden oft deutlich gebessert. Erlernte (Schluck-)Techniken und Hilfsmittel können das Essen und Trinken wieder erleichtern.

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Tipps im Umgang mit Sprech- und Schluckstörungen:

  • Lassen Sie Störungen der Atmung, Stimmgebung und/oder Artikulation logopädisch behandeln.

  • Führen Sie auch zu Hause die hier erlernten Übungen und Techniken durch.

  • Lassen Sie begleitende Symptome wie Spastik, Tremor oder Fatigue behandeln.

  • Nehmen Sie sich viel Zeit beim Essen und Trinken: kleine Bissen und Schlucke, die Nahrung gründlich kauen, zwischendurch kleine Pausen einlegen.

  • Meiden Sie nach Möglichkeit einen übermäßigen Genuss von Milch- und Süßspeisen, um eine vermehrte Speichelproduktion zu verhindern.

Im Laufe der Erkrankung können sich Ihre Symptome verändern. Sowohl in ihrer Ausprägung als auch in der Häufigkeit. Achten Sie auf Veränderungen und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie dies bemerken. Zu einer langsam fortschreitenden Krankheitsverschlechterung kann es beispielsweise kommen, wenn eine schubförmige MS (RRMS) in eine sekundär progrediente MS (SPMS) übergeht. Vielleicht hilft Ihnen unser „Symptom-Check MS“ dabei, Veränderungen im Auge zu behalten.

Quelle(n):

1 DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
2 Bethke F, Schipper S: Multiple Sklerose ganzheitlich behandeln. Deutscher Medizin Verlag 2010.
3 Henze T: Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt 2013.
4 Jacobs-Kersten C: Besser sprechen und schlucken bei Multipler Sklerose. Deutscher Medizin Verlag 2013.