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Die Diagnose einer Multiplen Sklerose und ihrer Symptome ist eine Ausschlussdiagnose und erfordert  verschiedene  Untersuchungen. Am besten lassen Sie bei Verdacht auf MS die Diagnose von einem  Neurologen erstellen. Denn diese Arztgruppe  kennt sich am besten mit Erkrankungen des Nervensystems  aus. Bevor spezielle diagnostische Maßnahmen eingeleitet werden, steht jedoch zunächst die Anamnese und körperliche Untersuchung an.

Anamnese als Basis für das Erstgespräch

Zu Beginn eines jeden Arztbesuchs steht die Anamnese. „Was führt Sie zu mir?", ist oft die Einstiegsfrage des Arztes. Sie dient dazu, den Grund Ihres Arztbesuchs und die aktuellen Symptome zu erfragen. Um eine Verdachtsdiagnose zu stellen, benötigt er zunächst von Ihnen viele Informationen im Detail, die Ihren bisherigen Gesundheitszustand und Ihr Umfeld betreffen.

Bei einer Erstdiagnose der MS ist von besonderer Bedeutung, ob bei Ihnen bereits in der Vergangenheit Beschwerden vorlagen. Je genauer Sie frühere Symptome beschreiben können, desto besser kann der Arzt entscheiden, ob es sich dabei vielleicht schon um erste Anzeichen der Krankheit MS gehandelt hat. Mehr über Erstsymptome erfahren Sie hier.

Lagen in Ihrer Vergangenheit typische Symptome vor, richtet sich der Verdacht auf MS. Nach einem „wahrscheinlich" ersten MS-Schub wird dann zunächst von einer „möglichen MS" gesprochen. Mehr Informationen zu Schüben finden Sie hier.

MS und ich: Eine Ärztin macht sich Notizen über eine Patientin
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Anamnese zur Überprüfung Ihres Gesundheitszustandes

Auch im Verlauf der Arztbesuche werden immer wieder – wenn auch verkürzte – Anamnesegespräche geführt. Ihr Arzt möchte dann wissen, ob sich Ihre Symptome verschlechtert haben oder neue Symptome hinzugekommen sind. Ziel des Gesprächs ist es, frühzeitig eine mögliche Verschlechterung zu erkennen, damit diese schnell behandelt werden kann. Ebenso wird während der MS-Untersuchung überprüft, ob eventuell eine Therapieoptimierung Sinn macht. Nähere Informationen zur Therapieoptimierung finden Sie hier.

Wie Sie sich gut auf das Arztgespräch im Rahmen einer MS-Diagnose vorbereiten können, erfahren Sie in unserem Artikel: Gut vorbereitet in das Arztgespräch.

Körperliche Untersuchung zur Überprüfung der Verdachtsdiagnose

MS & ich: Icon für wichtige Information

Nach Erhebung der Anamnese und einer Verdachtsdiagnose auf MS führt Ihr Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung durch. Zum einen möchte Ihr Arzt damit andere Erkrankungen ausschließen, zum anderen überprüfen, ob bei Ihnen MS-typische neurologische Ausfallerscheinungen vorliegen.

Ihr Neurologe prüft und erfasst bei der körperlichen neurologischen Untersuchung u. a.:

 

  • die Sensibilität der Haut mit einem Wattestäbchen und die Reaktion auf unterschiedliche Temperaturen sowie auf Vibration. Dadurch kann er Gefühlsstörungen erkennen.
  • die Pupillenreaktion sowie die Sehkraft und Sehleistung allgemein, auch ob Doppelbilder gesehen werden.
  • mögliche Sprechstörungen.
  • Lähmungserscheinungen, die verschiedene Muskeln betreffen.
  • die Reflexe auf Abschwächung bzw. Steigerung.
  • die Beweglichkeit und Koordination verschiedener Muskeln, z. B. an Armen, Beinen und am Gesicht sowie den Gleichgewichtssinn.
  • neuropsychologische Störungen, wie z. B. kognitive Störungen.
  • das Lhermitte-Zeichen, das häufig bei MS beobachtet wird. Dabei handelt es sich um eine ausstrahlende Missempfindung bei kräftiger Vorwärtsneigung des Kopfes auf die Brust.
  • das Babinski-Zeichen, das auf eine Nervenschädigung hinweist. Dabei streckt sich der große Zeh nach oben und oft spreizen sich auch gleichzeitig alle Zehen, wenn die Fußsohle bestrichen wird.

Um andere Erkrankungen sicher auszuschließen bzw. von Multipler Sklerose eindeutig abzugrenzen, werden Blutuntersuchungen als Teil der MS-Diagnose vorgenommen.

Körperliche Untersuchung zur Überprüfung Ihres Gesundheitszustandes

Suchen Sie regelmäßig Ihren Arzt auf. Denn regelmäßige körperliche Untersuchungen zur Überprüfung des Gesundheitszustandes sind bei der Erkrankung von großer Wichtigkeit. Im Verlauf der MS kann es zu Schüben kommen, die unbemerkt verlaufen und MS-Symptome hervorrufen, die nicht immer sichtbar sind.

Mittlerweile gibt es eine Reihe an sehr guten standardisierten Tests, mit deren Hilfe sich funktionelle Einschränkungen oder Behinderungen im Krankheitsverlauf erfassen lassen. Dazu gehören z. B. der MSFC (Multiple Sclerosis Functional Composite Score) oder die EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale).

Wenn es erste Hinweise für die Diagnose einer MS gibt

Findet Ihr Arzt weitere Hinweise, welche die Verdachtsdiagnose MS stützen oder die eine mögliche Verschlechterung Ihrer MS anzeigen, ordnet er weitere Untersuchungen an, wie die Liquoruntersuchung, eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder evozierte Potenziale an.

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