Sie scheinen eine veraltete Version der Internet Explorers zu verwenden, die von dieser Webseite nicht unterstützt wird. Bitte nutzen Sie einen Browser wie zum Beispiel Microsoft Edge, Chrome, Firefox oder Safari in einer aktuellen Version.

In der MS-Diagnose spielt die laborchemische Untersuchung von Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) auch heute noch eine zentrale Rolle. Liquor bezeichnet man umgangssprachlich auch als Nerven- oder Hirnwasser. Die Liquoruntersuchung bei einer MS dient der Abgrenzung gegenüber erregerbedingten Erkrankungen (z. B. Borreliose). Zudem liefert sie wichtige Hinweise auf einen entzündlichen Prozess im Zentralnervensystem (ZNS).1

MS und ich: Ich Arzt zeigt mit einem Stift auf das Modell einer Wirbelsäule
iStock-653852908_Wavebreakmedia

Entzündungsprozesse bei Multiple Sklerose sind im Liquor häufig nachweisbar

Liquor ist eine wasserklare Körperflüssigkeit. Er umspült die Nervenzellen innerhalb des ZNS und hat die Aufgabe, das Gehirn und Rückenmark vor äußeren Einwirkungen zu schützen.

Entzündungsprozesse im Gehirn und Rückenmark zeigen sich bei MS häufig im Liquor. So finden sich im Nervenwasser von MS-Erkrankten z. B. bestimmte Immunzellen, Myelinbruchstücke und Antikörper. Diese Veränderungen des Nervenwassers lassen sich besonders gut während eines Schubes oder einer Krankheitsverschlechterung nachweisen. Nach einem Schub bilden sie sich meist innerhalb einiger Wochen wieder zurück. Erschwerend für die Diagnosefindung ist allerdings, dass es auch viele andere entzündliche und nicht entzündliche ZNS-Erkrankungen mit ähnlichem Ergebnis gibt.

Für eine MS-Diagnose ist der Nachweis sogenannter „oligoklonaler Banden" (Gruppe von Antikörpern) im Liquor von besonderer Aussagekraft. Werden beim Liquorbefund einer MS-Untersuchung oligoklonale Banden festgestellt, beweist das zwar nicht alleine eine MS, es stützt jedoch die MS-Diagnose.

So läuft die Lumbalpunktion ab

Abbildung: Lumbalpunktion
Novartis

Abbildung: Lumbalpunktion

Bei Verdacht auf MS wird bei einer Rückenmarksuntersuchung Liquor in Höhe der Lendenwirbelsäule aus dem Wirbelkanal entnommen (Lumbalpunktion).

Eine Lumbalpunktion ist am einfachsten durchzuführen, wenn Sie während der Entnahme sitzen, sich leicht nach vorne beugen und möglichst entspannt sind. Ihr Arzt führt dann eine Hohlnadel auf Höhe der Lendenwirbelsäule zwischen zwei Wirbelkörpern bis in den Wirbelkanal ein und zieht etwas Flüssigkeit ab.

Gut zu wissen: Bei sachgemäßer Durchführung ist die Liquoruntersuchung in der Regel schmerzlos.

Liefert die erste Liquordiagnostik der MS-Untersuchung bei Ihnen unauffällige Resultate, empfiehlt sich eine erneute Kontrolle nach etwa einem Jahr.1

Nebenwirkungen einer Liquoruntersuchung bei MS

Nach einer Lumbalpunktion können Übelkeit und Kopfschmerzen auftreten. Die Beschwerden sind aber nur selten stark ausgeprägt und bilden sich in der Regel von selbst innerhalb weniger Tage – manchmal allerdings auch erst nach wenigen Wochen – zurück. Manchmal können unerwünschte Nebenwirkungen jedoch auch einen stationären Aufenthalt erforderlich machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Anamnese bei MS
iStock-842459892_SARINYAPINNGAM

Anamnese und körperliche Untersuchung
 

Die Krankengeschichte spielt für die Diagnose von MS eine wichtige Rolle. Mehr über die Anamnese und die körperlichen Untersuchungen steht hier.

Angriff auf das zentrale Nervensystem
iStock-92036744_ktsimage

Angriff auf das zentrale Nervensystem
 

MS ist eine Autoimmunerkrankung. Wie das Immunsystem sich gegen körpereigenes Gewebe richtet und es schädigt, lesen Sie hier.
 

Behandlung bei MS
iStock-1080103192_PrathanChorruangsak

Behandlung
bei MS
 

Die Behandlung der Multiplen Sklerose ist komplex und erfolgt in der Regel interdisziplinär. Informationen über die Therapiebausteine finden Sie hier.

Quelle(n):

1 DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
DGN Patientenaufklärung (zuletzt besucht am 13.8.2018).