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Bei mehr als 80 % aller an MS erkrankten Menschen beginnt die MS mit einem Schub. Während eines MS-Schubes zeigt sich mindestens ein neurologisches Symptom. Allerdings ist es nicht immer direkt klar, ob es sich dabei um einen MS-Schub handelt oder ob es ein Pseudoschub ist, der in wenigen Stunden wieder verschwindet.

MS und ich: Das Bild zeigt den Ziffernteil 10 bis 2 Uhr
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Einen MS-Schub erkennen

Die MS-Symptome und die Schwere von MS-Schüben können sehr unterschiedlich sein. Vielleicht ist bei Ihnen ein Symptom aufgetreten, das sich bereits zurückgebildet hatte oder es kommen ganz neue Beschwerden hinzu. Möglicherweise nehmen Sie aber auch Beeinträchtigungen wahr, die so schwach sind, dass sie bei einer körperlichen Untersuchung nicht erkannt werden.2

Von einem Schub spricht man, wenn

  • innerhalb von Stunden bis Tagen neue Symptome auftreten oder alte Symptome sich verschlechtern und diese Symptome jeweils mindestens 24 Stunden anhalten und
  • diese nicht durch eine Änderung der Körpertemperatur (Uhthoff-Phänomen) oder im Rahmen von Infektionen erklärbar sind.
  • Treten innerhalb eines Monates nach dem letzten Symptom weitere MS-Schub-Symptome auf (neue oder zunehmende neurologische Symptome), wird dies zum selben Schub gerechnet.
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Typisch für einen MS-Schub ist die Dauer: die Symptome eines Schubes bilden sich meist innerhalb von 6 bis 8 Wochen zurück (man spricht auch von Remission).1

Einzelne Ereignisse, die nur wenige Sekunden oder Minuten andauern, wie z. B. eine einschießende Spastik, werden nicht als Schub eingeordnet. Kommen diese jedoch über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden häufiger vor, können sie auf eine Entzündungsaktivität hinweisen und als Schub behandelt werden.1

Verschiedene Auslöser scheinen einen Schub zu begünstigen

Die genauen Vorgänge, die einen Schub auslösen, sind noch nicht ausreichend geklärt. Aus Erfahrung weiß man jedoch, dass einige Faktoren Schübe begünstigen können. Dazu gehören extreme Belastungen wie akute fieberhafte Infekte, Operationen, manche Impfungen (besonders solche mit Lebendimpfstoffen), hormonelle Umstellungen (z. B. nach einer Schwangerschaft) sowie anhaltender psychischer oder emotionaler Stress.2 Allgemein sollten Sie zur Vorbeugung daher das Gleiche beherzigen wie Gesunde auch: Schützen Sie sich vor Infektionen, meiden Sie extreme Situationen und achten Sie auf eine gemäßigte Lebensführung mit gesunder Ernährung, wenig Stress und einer guten Balance zwischen Ruhe und Aktivität im Alltag.

Ein Pseudoschub dauert oft nur wenige Stunden

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Von einem „echten“ MS-Schub zu unterscheiden ist ein sogenannter Pseudoschub einer Multiplen Sklerose: Dabei können sich bestehende neurologische Symptome oder die allgemeine Leistungsfähigkeit vorübergehend verschlechtern. Der Grund dafür: kurzzeitige körperliche oder psychische Extrembelastungen! Ein Pseudoschub dauert oft nur wenige Stunden.3,4

Das Uhthoff-Phänomen als Beispiel für einen Pseudoschub

Das Uhthoff-Phänomen wird durch eine Erhöhung der Körpertemperatur ausgelöst. Oft reichen hierfür schon sportliche Anstrengungen, ein Saunabesuch, Hitze im Sommer oder Fieber aus. Eine Verschlechterung der bestehenden Symptome kann dabei innerhalb von Minuten einsetzen.3 Ursache für das Uhthoff-Phänomen ist eine Verschlechterung der Leitfähigkeit bei vorgeschädigten Nerven durch die erhöhte Körpertemperatur. Wird die Körpertemperatur wieder gesenkt, bilden sich die Symptome sofort oder spätestens nach 24 Stunden vollständig zurück.

Mehr über das Uhthoff-Phänomen und den Umgang mit Hitze erfahren Sie auch in unserem Artikel Beruf und MS – gut gekühlt durch den Sommer sowie unter unserem Thema Auslandsreisen.

Bei MS-Schub Arzt informieren

Sie vermuten, dass bei Ihnen ein MS-Schub eingesetzt hat? Dann: möglichst umgehend Ihren Neurologen aufsuchen. Schnelles Handeln ist wichtig, weil eine frühe Behandlung der Entzündung entgegenwirkt und eine weitere Verschlechterung verhindern kann.

Mehr über die Schubbehandlung erfahren Sie hier.

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Quelle(n):

1 DGN-Leitlinien: Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Stand: Januar 2012, Ergänzung April 2014.
2 Besser R., Krämer G.: Multiple Sklerose: Antworten auf die 111 wichtigsten Fragen. Trias. 2006.
3 Henze T., Multiple Sklerose. Symptome besser erkennen und behandeln. Zuckschwerdt. 2013.
4 Hoffmann FA, Faiss JH, Schmidt RM, Zettl UK, Köhler W: Multiple Sklerose. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH. 2017.