Multiple Sklerose und Kinderwunsch
schließen sich nicht aus. Wenn Sie
aufgrund Ihrer Erkrankung verunsichert
sind, wann der richtige Zeitpunkt für
ein Kind ist und was sonst noch
zu beachten ist, haben wir hier einige
Information für Sie bereitgestellt.

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MS ist keine Erbkrankheit

Nach heutigen Erkenntnissen ist die MS keine Erbkrankheit im herkömmlichen Sinne. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass genetische Faktoren zwar eine Rolle bei der Entstehung einer MS spielen, verschiedene Umwelteinflüsse (z. B. Vireninfekte) jedoch eher als Auslöser infrage kommen.

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Die Schwangerschaft bei Multipler Sklerose gut planen

Weder die Fruchtbarkeit der Frau noch des Mannes ist durch die Krankheit eingeschränkt. Wenn Sie sich ein gemeinsames Kind wünschen, dann sollten Sie die Schwangerschaft allerdings vorab mit dem Frauenarzt und Neurologen planen. Denn nicht jeder Zeitpunkt und alle Medikamente sind günstig für eine Schwangerschaft.

So können einige Substanzen, die in der MS-Behandlung eingesetzt werden, das Ungeborene schädigen. Eine Unterbrechung der Therapie wird in diesem Fall schon vor Beginn einer Schwangerschaft, spätestens aber mit Schwangerschaftseintritt, empfohlen.

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Novartis

MS und Kinderwunsch: Daran sollten Sie vor einer Schwangerschaft denken

Arzt

  • Beziehen Sie Ihren Frauenarzt und Neurologen frühzeitig mit in die Planung ein.

Notfall

  • Planen Sie auch den Notfall ein, falls es während der Schwangerschaft zu einem Schub kommt.

Ungeplant schwanger?

  • Bei ungeplanter Schwangerschaft wird ein Abbruch trotz Medikamenteneinnahme in der Regel nicht empfohlen. Es wird jedoch zu intensiven Kontrollen geraten.

Medikamente

  • Da sich einige Medikamente negativ auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind auswirken können, ist eine sichere Verhütung von größter Bedeutung.

  • Einige Medikamente müssen bis zu 6 Monate vorher oder bei Schwangerschaftseintritt abgesetzt werden.

  • Lassen Sie die Wirkung aller Präparate, die Sie regelmäßig einnehmen, auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind prüfen.

Die Geburt – keine Einschränkungen für Frauen mit MS

Die Geburt ist auch für Frauen mit MS ein ganz natürlicher Vorgang, der keiner besonderen Vorbereitung bedarf. In der Regel verläuft sie ohne Komplikationen. Von einer Hausgeburt sollten Sie jedoch absehen, weil es unerwartet immer zu Problemen kommen kann. Es ist immer gut, Fachärzte und die nötige medizinische Versorgung direkt vor Ort zu haben. Bei der Auswahl der Geburtsklinik können Sie sich mit Ihrem Neurologen besprechen. Er kann Ihnen wichtige Hinweise geben, worauf Sie dabei achten sollten.

Dass es nach der Geburt oft zu einem Schubanstieg kommt, hat übrigens nichts mit der Art der Entbindung zu tun. Daher: ein Kaiserschnitt ist nicht eher notwendig als bei gesunden Frauen! Auch eine Periduralanästhesie (PDA) hat keinen Einfluss auf den Schubanstieg. Darüber hinaus dürfen bei Kaiserschnitt eine Spinalanästhesie oder Vollnarkose verabreicht werden.

Stillen oder nicht?

Grundsätzlich gibt es keine Einschränkungen für Frauen mit leichter bis moderater Krankheitsaktivität, falls Sie Ihr Kind stillen möchten.

Sofern Sie nicht stillen möchten oder eine hohe Krankheitsaktivität vor oder während der Schwangerschaft hatten, ist es ratsam, die MS-Therapie in der ersten zwei Wochen nach der Geburt wieder aufzunehmen.

Ob Sie stillen sollten, obwohl Sie MS-Medikamente nehmen, lässt sich am besten in engem Austausch mit Gynäkologen und Neurologen herausfinden.

Weitere Informationen rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und Stillen finden Sie auf der Internetseite „MS und Kinderwunsch – Register DMSKW“.