Multiple Sklerose hat tausend Gesichter

MS ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern und verläuft bei jedem unterschiedlich. Manche Menschen haben nur einmal einen MS-Schub oder ein einzelnes Krankheitszeichen (Symptom). Andere haben häufiger MS-Schübe mit unterschiedlichen Symptomen.

Gut ist, dass man heutzutage die MS früher erkennen und damit auch früher gut behandeln kann.

Damit du besser verstehen kannst, was dein Arzt dir erzählt und warum eine Therapie so wichtig ist, haben wir für dich die wichtigsten „Facts“ zu MS zusammengestellt.

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Was ist eigentlich Multiple Sklerose?

MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Das heißt, dass sich deine Nerven im Gehirn und Rückenmark entzündet haben. Im Unterschied zu anderen Entzündungen, die wieder vollständig verschwinden, bleiben die Entzündungen bei MS bestehen. Deshalb wird sie als eine chronisch-entzündliche Krankheit bezeichnet. Das führt zu zahlreichen Beschwerden. Die können bei jedem Erkrankten anders sein. Und das gleichgültig, ob es sich um MS bei Kindern, MS im Jugendalter oder um MS bei Erwachsenen handelt.

Und was bedeutet der Name?

Auf Deutsch heißt „multiple“ so viel wie „vielfältig“ und „Sklerose“ kommt von „skleros“, was „hart“ bedeutet. So kannst du dir den Namen erklären: Multiple Sklerose, das sind vielfältige Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark. Durch die vielen kleinen Entzündungsherde verhärten sich nach und nach die Nervenfasern und vernarben. Und die sind letztlich der Grund für die vielen unterschiedlichen Symptome.

Was bedeutet es, wenn man einen MS-Schub hat?

Ganz typisch für die MS ist, dass sie in Schüben kommt. Das bedeutet, dass du für eine bestimmte Zeit Beschwerden (Symptome) hast. Von einem Schub spricht man, wenn diese Beschwerden mindestens einen Tag lang anhalten. Welche Beschwerden das sein können, erfährst du hier. Diese Beschwerden verschwinden dann aber wieder – entweder ganz oder doch zum größten Teil.

Weshalb bekommt jemand überhaupt MS?

Die Ärzte kennen die Ursachen für MS noch nicht genau. Bislang gibt es nur Vermutungen, dass Umwelteinflüsse, die Krankheit begünstigende Erbanlagen oder Virusinfektionen die Krankheit verursachen können. Möglicherweise spielt auch ein Vitamin-D-Mangel oder das Rauchen eine Rolle. Aber vermuten ist nicht wissen – hier ist noch weitere Forschung nötig.

Werde ich irgendwann wieder gesund?

Da noch niemand die Ursachen für MS bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen kennt, gibt es bis jetzt auch leider noch keine Heilung.

Die gute Nachricht aber ist, dass es inzwischen gute Medikamente gibt, die dir dabei helfen, dass sich die Erkrankung deutlich langsamer entwickelt. Das heißt, dass du länger mit weniger Beschwerden und Einschränkungen leben kannst.

 

Kann ich mit MS alt werden?

Dank der Therapiemöglichkeiten heute kann man auch mit MS alt werden, wenn vielleicht auch nicht ganz so alt, wie wenn man gesund wäre. Das heißt, dass die Lebenserwartung mit MS heute annähernd so hoch ist wie bei gesunden Menschen.

Also muss ich auch nicht wegen MS sterben?

Das stimmt in den allermeisten Fällen. MS ist eine Erkrankung, die normalerweise nicht tödlich verläuft.

Nur ganz selten gibt es außerordentlich schwere Krankheitsverläufe, die so extrem sein können, dass man daran stirbt. Aber das sind wirklich Ausnahmen!

Tut MS weh?

Das kommt auf die jeweiligen Beschwerden an. Nicht jedes Mal, wenn sich die Erkrankung bemerkbar macht, ist das unbedingt mit Schmerzen verbunden. Es ist aber immer wichtig, dass du möglichst schnell mit einem Arzt abklärst, wenn sich Beschwerden durch MS melden. Und gegen Schmerzen gibt es je nach der Beschwerde, die den Schmerz auslöst, wirksame Medikamente.

Muss jeder, der MS hat, irgendwann in den Rollstuhl?

Nein, es gibt auch sehr viele Menschen mit MS, die nie einen Rollstuhl brauchen. Es kommt immer auf den Einzelfall an, vor allem darauf, wie sich die MS im Laufe der Jahre entwickelt.

Wenn ich später mal Kinder haben will, bekommen die dann auch MS?

Das ist nicht sehr wahrscheinlich, denn es handelt sich nicht um eine reine Erbkrankheit. Wenn MS bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen diagnostiziert wird, liegt das also nicht an den Genen.

Es gibt zwar Erbanlagen, die begünstigen das Entstehen von MS, allerdings reichen diese Erbanlagen alleine nicht aus, dass es zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Dazu müssen noch andere Faktoren hinzukommen wie z. B. bestimmte Infektionen mit Viren. Aber auch ein Vitamin-D-Mangel oder das Rauchen scheinen eine Rolle zu spielen. Was genau, darüber sind sich die Forscher noch nicht einig.

Quelle(n):

1 S1-Leitlinie: Pädiatrische Multiple Sklerose, von Dr. Astrid Blaschek, Professor Dr. Wolfgang Müller-Felber, Universitätsprofessor Dr. Florian Heinen und Professor Dr. Peter Huppke, Bayerisches Ärzteblatt 5/2017, Seite 200 ff.
https://www.dmsg.de/jugend-und-ms/multiple-sklerose/index.php?w3pid=wasistms&kategorie=faq (besucht 11/19)