Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers. Sie wird auch als Kernspintomografie bezeichnet. Die MRT-Untersuchung ist schmerzfrei und verursacht keine Belastung durch Strahlen.

Eine MRT unterstützt die frühe MS-Diagnose

Die MRT kann bei MS bereits im Frühstadium eine Diagnosestellung unterstützen. Für die weitere Behandlung der MS ist dies von enormer Bedeutung, weil hierdurch der frühzeitige Einsatz einer verlaufsmodifizierenden Therapie ermöglicht wird. Der Krankheitsverlauf kann dadurch von Anfang an günstig beeinflusst werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Da der überwiegende Teil der Entzündungsprozesse bei MS unbemerkt abläuft, kann mittels MRT auch dann eine Verschlechterung Ihres Krankheitsverlaufs nachgewiesen werden, wenn keine typischen MS-Symptome vorliegen. Zusätzlich können mit den Aufnahmen andere Diagnosen, die ähnliche Symptome verursachen, ausgeschlossen werden.

Auch nach der Diagnose müssen Sie bei Multiple Sklerose MRT-Untersuchungen regelmäßig durchführen lassen. Damit soll garantiert werden, dass Ihr behandelnder Arzt bei einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs möglichst frühzeitig eine Therapieoptimierung einleiten kann.

Mit der MRT lassen sich Entzündungsherde im ZNS nachweisen1

Die MRT bei MS liefert Schichtbilder des Gehirns und Rückenmarks, auf denen Gehirnstrukturen und insbesondere entzündliche Veränderungen sehr genau dargestellt werden. Vor der Untersuchung wird Ihnen „Gadolinium" gespritzt. Das ist ein Kontrastmittel, das sich besonders in Entzündungsherden anreichert, die erst ‚kürzlich entstanden sind. Ihr Arzt kann diese somit besser auf den MRT-Bildern erkennen.

Mithilfe der MRT-Bilder lassen sich die zeitliche und räumliche Streuung der Entzündungsherde im ZNS bei der schubförmig remittierenden MS (RRMS) genau nachweisen. Dieser Nachweis durch die MRT ist bei MS ein wesentlicher Baustein Ihrer Diagnose.

MSundich MRT-Untersuchung
istock-510389368_andresr

Sonderfall SPMS – nicht alle Entzündungsherde lassen sich im MRT nachweisen

Bei MS spielen von Anfang an zwei grundlegend verschiedene Entzündungsprozesse eine Rolle. Bisher können nur die Verletzungen (fokale Läsionen), die bei der schubförmig remittierenden MS (RRMS) entstehen, durch ein MRT sichtbar gemacht werden. Die diffusen kleinsten Schädigungen (Mikroläsionen), wie sie bei der sekundär progredienten MS (SPMS) vorherrschen, sind auf dem MRT-Bild nicht sichtbar.

Weitere Informationen zu den Entzündungsprozessen bei MS finden Sie hier.

Eine MRT-Untersuchung allein reicht jedoch für die MS-Diagnose nicht aus. Grundsätzlich werden dazu immer mehrere diagnostische Bausteine benötigt. Weitere Informationen zur Diagnose finden Sie hier.

Weitere Fakten und Informationen rund um die Magnetresonanztomografie (MRT) finden Sie hier.

Quelle(n):

1 Hoffmann FA, Faiss JH, Schmidt RM, Zettl UK, Köhler W: Multiple Sklerose. Urban & Fischer Verlag / Elsevier GmbH. 2017.
2 Diagnosis of multiple sclerosis: 2017 revisions of the McDonald criteria. Thompson AJ et al,. Lancet Neurol. 2018 Feb;17(2):162-173. doi: 10.1016/S1474-4422(17)30470-2. Epub 2017 Dec 21. Review